In der Wiener Ärztekammer steht nach der turbulenten Sitzung vom Dienstag der nächste Machtkampf bevor: Gegen den zweiten Vizepräsidenten Eduardo Maldonado-Gonzalez liegt nach Informationen aus Kammerkreisen ein Misstrauensantrag vor. Erst am Vortag hatte Präsident Johannes Steinhart zwei Abstimmungen überstanden, die auf seine Entmachtung abzielten.
Die Sitzung der Vollversammlung hatte sich über acht Stunden gezogen und ging erst um Mitternacht zu Ende. Steinhart musste sich dabei gleich zweimal einer Kampfabstimmung stellen. Eine Mehrheit sprach ihm das Misstrauen aus, die notwendige Zweidrittelmehrheit wurde jedoch verfehlt. Damit blieb der Präsident im Amt, politisch geschwächt ist er dennoch.
Auch ein Antrag auf vorgezogene Neuwahlen, initiiert von Steinharts Rivalen und Ex-Präsident Thomas Szekeres, fand keine ausreichende Unterstützung. Die Auseinandersetzungen in der Standesvertretung zeigen damit weiterhin tiefe Gräben innerhalb der Ärztekammer, die seit Wochen von internen Konflikten geprägt ist.
Maldonado-Gonzalez, der zweite Vizepräsident der Wiener Ärztekammer, reagierte auf die neue Zuspitzung mit scharfer Kritik. Er sagte, er finde es schade, dass offenbar in der Kammer die Sacharbeit nicht mehr zähle. Der angekündigte Misstrauensantrag gegen ihn verschärft den Konflikt nun auch auf der Ebene des Präsidiums.
Die Wiener Ärztekammer ist damit auch nach der Sitzung am Dienstag nicht zur Ruhe gekommen. Nach dem gescheiterten Vorstoß gegen Steinhart richtet sich der innerkammerliche Streit nun gegen ein weiteres Mitglied der Führungsspitze – ein Zeichen dafür, dass der Machtkampf in der Standesvertretung vorerst weitergeht.









