Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Meloni spielt Spannungen mit Trump herunter

Redaktionelle Szene zum Thema „Meloni spielt Spannungen mit Trump herunter“

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat das Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump nach neuen Spannungen bewusst klein gehalten. Auf die Frage nach ihrem Kontakt mit Trump sagte sie nach dem NATO-Abendessen der Staats- und Regierungschefs in Ankara lediglich: „Freundlich.“

Als Journalistinnen und Journalisten nachhakten, ob es nach den gegenseitigen Verbalattacken der vergangenen Tage eine Aussprache gegeben habe, blieb Meloni knapp. „Ich habe Ihnen bereits geantwortet“, sagte sie. Ein diplomatisches Zerwürfnis will Rom damit offenbar nicht entstehen lassen.

Trump relativiert den Streit

Auch Trump selbst hatte sich zuvor bemüht, den Konflikt herunterzuspielen. Bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan sagte er über Meloni: „Ich finde sie eigentlich nett.“ Gleichzeitig warf er ihr mangelnde Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormuz vor und erklärte, sie habe einen Fehler gemacht.

Wenige Tage vor dem NATO-Gipfel hatte Trump zudem ein Bild von sich und Meloni in sozialen Medien verbreitet. Über dem Foto stand in Großbuchstaben: „Restraining order needed“ – sinngemäß: ein Kontaktverbot sei nötig. Die Botschaft wurde in Rom als erneute Provokation gewertet, ohne dass die italienische Regierung darauf öffentlich eskalierend reagierte.

Rom setzt auf Zurückhaltung

Außenminister Antonio Tajani stellte die Linie der Regierung klar. Man habe von Anfang an gesagt, dass man auf Äußerungen dieser Art nicht reagiere, sagte er dem Sender Sky TG24. Stattdessen werde man weiterarbeiten, weil die transatlantischen Beziehungen weit über einzelne Aussagen hinausgingen.

Der Ton zwischen Trump und Meloni ist seit längerem immer wieder angespannt, obwohl beide politisch als Vertreter des rechten Lagers gelten und in zentralen Fragen wie Migration und Sicherheit in vielen Punkten ähnliche Positionen vertreten. Der jüngste Schlagabtausch zeigt, wie schnell persönliche Spitzen die Kommunikation zwischen Washington und Rom belasten können – auch wenn beide Seiten öffentlich bemüht sind, den Schaden gering zu halten.

Diesen Artikel teilen