Markus Gstöttner wird neuer Generalsekretär der ÖVP. Der 39-Jährige ist kein Berufspolitiker, sondern kommt aus dem Hintergrund in die Parteizentrale – ein Posten, der für die Volkspartei kurz vor der nächsten Nationalratswahl politisch heikel ist.
Gstöttner gilt als untypischer Politiker. Er wird als jemand beschrieben, der sich eher über Leistung, Einsatz und neue Aufgaben definiert als über das klassische Parteikarriere-Modell. In der ÖVP steht er inhaltlich vor allem für jene Themen, die die Partei seit Jahren betont: Migration, Wirtschaft und christlich geprägte Werte.
Für die Volkspartei ist das Amt des Generalsekretärs mehr als eine organisatorische Funktion. Der General sitzt an einer Schaltstelle zwischen Parteispitze, Wahlkampf und öffentlicher Kommunikation. Gerade in einer Phase, in der die ÖVP bei der nächsten Nationalratswahl unter Druck steht, fällt diese Rolle besonders ins Gewicht.
Mit Gstöttner setzt die ÖVP auf einen Mann, der nicht aus dem traditionellen Politikbetrieb kommt. Das kann in einer Partei, die sich als bürgerlich und leistungsorientiert versteht, als Vorteil gelesen werden. Zugleich steigt mit dem Wechsel in die Parteizentrale die Erwartung, dass er rasch politisches Profil entwickelt und die organisatorische wie inhaltliche Linie der Partei mitträgt.
Der neue Generalsekretär sucht offenbar bewusst Herausforderungen. Genau das macht sein neues Amt zu einem Testfall: Ob der Quereinsteiger in der Parteizentrale die Rolle eines politischen Taktgebers übernehmen kann, wird für die ÖVP auch daran gemessen werden, wie stabil sie in Richtung der kommenden Wahl auftritt.









