Der börsennotierte Faserhersteller Lenzing baut weltweit bis Ende 2027 rund 2000 Jobs ab. Das bestätigte CEO Georg Kasperkovitz am Dienstag. An der Wiener Börse reagierten die Anleger mit Verkäufen: Die Lenzing-Aktie brach um knapp 17 Prozent ein.
Besonders betroffen sind zwei Standorte in Europa. Im burgenländischen Heiligenkreuz läuft die Faserproduktion bis Ende 2026 aus, im englischen Grimsby bis Ende 2027. Damit zieht Lenzing Konsequenzen aus der laufenden Neuordnung des Konzerns, der zu den wichtigsten Herstellern von Spezial- und Cellulosefasern zählt.
Mit dem Abbau von rund 2000 Stellen dürfte Lenzing in den kommenden Jahren deutlich an Personal einsparen. Der Konzern ist an mehreren Standorten international vertreten und produziert Fasern für die Textil- und Vliesstoffindustrie. Die nun angekündigten Maßnahmen treffen damit nicht nur die Beschäftigten in Österreich und England, sondern auch weitere Teile des globalen Produktionsverbunds.
Für den Kapitalmarkt kam die Ankündigung hart an. Der Kursrückgang spiegelt die Skepsis der Investoren gegenüber den erwarteten Folgen des Einschnitts wider. Bei einem stark exportorientierten Industrieunternehmen wie Lenzing werden derartige Strukturmaßnahmen üblicherweise auch daran gemessen, wie rasch sie sich in der Kostenbasis niederschlagen.
Lenzing mit Sitz in Oberösterreich zählt seit Jahren zu den größeren heimischen Industrieunternehmen mit internationaler Ausrichtung. Die aktuellen Beschlüsse markieren nun einen weiteren tiefen Einschnitt in die Konzernstruktur und in die Standortlandschaft des Unternehmens.









