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Kündigung des Kurdirektors beschäftigt Gericht in Bad Tatzmannsdorf

Redaktionelle Szene zum Thema „Kündigung des Kurdirektors beschäftigt Gericht in Bad Tatzmannsdorf“

Die Kündigung von Kurdirektor Richard Senninger beschäftigt weiter das Arbeits- und Sozialgericht in Eisenstadt. Der Kurfonds Bad Tatzmannsdorf hat den seit gut fünf Jahren amtierenden Tourismusmanager im vergangenen Dezember „aus wirtschaftlicher und rechtlicher Vorsicht“ gekündigt, die Kündigung soll mit Ende Juni schlagend werden. Senninger hält das für unzulässig und klagt auf Einhaltung seines Vertrags.

Im Kern geht es um die Frage, ob Senninger bis 2031 im Amt bleiben kann. Nach seiner Darstellung läuft der Vertrag noch bis dahin. Der Kurdirektor beruft sich darauf, im Herbst die vorgesehene Option auf eine einmalige Verlängerung um fünf Jahre gezogen zu haben. Der Kurfonds sieht das anders und verweist auf eine Kündigung des Dienstverhältnisses.

Streit um Verlängerungsoption

Rechtlich heikel ist vor allem die Formulierung im Vertrag: Offen ist, wer die Verlängerungsoption ziehen darf und ob dafür die Zustimmung beider Seiten nötig ist. Senninger argumentiert, das Recht dazu stehe ihm „exklusiv“ zu. Der frühere rote Gemeindepolitiker Gert Polster, der den Vertrag 2021 mitverhandelt hat, widerspricht dieser Lesart. Er hätte eine solche Klausel „nie im Leben“ unterschrieben, erklärte er dem Gericht sinngemäß.

Polster sagte aus, die Verlängerung müsse von beiden Seiten gewollt sein. Genau dort liegt nun der Konflikt: Der Vertragstext ist nicht eindeutig genug, um die Frage ohne weiteres zu klären. Deshalb befasste sich das Gericht am Montag erneut mit dem Fall und befragte neben Senninger auch Polster. Richter Lukas Belza versucht zu klären, wie die Regelung tatsächlich zu verstehen ist.

Politik und Kurfonds unter Druck

Die Auseinandersetzung ist auch deshalb brisant, weil in Bad Tatzmannsdorf politische und persönliche Verflechtungen eine Rolle spielen. Bürgermeister Stefan Laimer (ÖVP) steht an der Spitze der Kurkommission, die den Kurfonds vertritt. Trotz der Kündigung gilt sein Vertrauen in Senninger als ungebrochen. Auch Polster, Laimers roter Vorgänger, äußert sich nicht kritisch über den langjährigen Kurdirektor.

Für den Kurort ist der Konflikt mehr als ein Personalstreit. Bad Tatzmannsdorf lebt stark vom Tourismus und vom Kurbetrieb, der Fonds trägt die Verantwortung für die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Ob Senninger tatsächlich bis 2031 bleiben kann oder der Vertrag mit Juni endet, hängt nun vom Ausgang des Verfahrens ab.

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