Johanna Sebauer hat nach elf Jahren in Hamburg wieder im Burgenland Fuß gefasst. Die Autorin des Debütromans Nincshof lebt seit 2024 in Marz, im früheren Elternhaus, und arbeitet nun wieder in Vollzeit als Schriftstellerin. Parallel dazu hat sie auch privat einen neuen Abschnitt begonnen: Mit ihrer Lebenspartnerin heiratete sie im Standesamt Mattersburg.
Der Rückzug in die Heimat war für Sebauer allerdings von einem Verlust geprägt. Sie war wegen der schweren Krankheit ihres Vaters, des Journalisten Wolfgang Weisgram, nach Marz zurückgekehrt. Weisgram starb noch im Sommer 2024. Sebauers Mutter, die Verlegerin Vera Sebauer, war bereits 2015 gestorben. Die Autorin beschreibt die Rückkehr damit als Neustart unter schwierigen Vorzeichen.
Beruflich wagte Sebauer nach dem Umzug ein Experiment. Sie beendete ihre Tätigkeit als Sprecherin für ein Forschungsinstitut und konzentriert sich seither ganz auf das Schreiben. Dass sie davon langfristig leben kann, bleibt für sie offen, auch wenn das vergangene Jahr aus ihrer Sicht gut gelaufen ist. Die 37-Jährige sagt, es sei schwierig, auf Dauer ausschließlich vom Schreiben zu leben.
Bekannt wurde Sebauer mit Nincshof, das 2023 erschien und ihr rasch Aufmerksamkeit brachte. Nun arbeitet sie an ihrem nächsten Buch mit dem Titel Popóm. Über den Inhalt ist noch wenig bekannt, der Titel allein deutet aber bereits an, dass Sebauer weiter Geschichten schreibt, die quer zu gängigen Erwartungen liegen.
Die Rückkehr ins Burgenland ist für sie mehr als ein Ortswechsel. Sie lebt heute mit ihrer Ehefrau in Marz, an einem Ort, der biografisch mit Kindheit und Jugend verbunden ist. Aus der Rückkehr ist damit ein neuer Lebensmittelpunkt geworden – privat ebenso wie beruflich.









