Die israelische Armee hat die Bewohner von fünf Ortschaften und Dörfern im Südlibanon zur sofortigen Evakuierung aufgefordert. Armeesprecher Avichay Adraee erklärte auf X, die Menschen sollten ihre Häuser unverzüglich verlassen und sich nördlich des Flusses Sahrani in Sicherheit bringen.
Nach Angaben des Militärs richtet sich die Warnung gegen Gegenden, in denen sich Hisbollah-Kämpfer, Waffenlager oder andere militärische Einrichtungen befinden könnten. Wer in deren Nähe bleibe, bringe sich selbst in Gefahr, hieß es. Israel begründet das Vorgehen mit Verstößen der Hisbollah gegen die Waffenruhe.
Der Schritt verschärft die ohnehin angespannte Lage im Süden des Libanon, wo Israels Militär seit Monaten immer wieder Ziele angreift. Der Sahrani-Fluss, an dem die Evakuierungsgrenze gezogen wurde, liegt südlich der Hafenstadt Sidon und markiert in der Praxis eine weitere Verschiebung der Sicherheitslinie im Konfliktgebiet.
Zuvor war es im Südlibanon nach Angaben der libanesischen Armee zu einem tödlichen Angriff auf ein Militärfahrzeug gekommen. Dabei wurden mehrere Soldaten getötet, darunter ein Offizier. Der Vorfall ereignete sich auf der Straße zwischen al-Chardali und Nabatija. Die libanesische Armee warf Israel auf X vor, den Libanon und seine Bevölkerung fortgesetzt anzugreifen. Eine israelische Stellungnahme zu dem Angriff lag zunächst nicht vor.
Die Lage bleibt damit auch abseits der Front im Gazastreifen hochgradig angespannt. Während Israel im Südlibanon mit der Hisbollah im Konflikt steht, kommt es auch im Westjordanland weiterhin zu tödlichen Vorfällen. Dort starb nach Angaben der palästinensischen Seite ein sieben Monate altes Baby nach Schüssen eines israelischen Soldaten auf ein Fahrzeug.









