Auf einem Maisversuchsfeld im Bezirk Tulln ist erstmals in Österreich der giftige Schimmelpilz Aspergillus flavus nachgewiesen worden. Die Forschungsgruppe der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) stieß im Rahmen einer Dissertation auf den Erreger, der das hochgefährliche Aflatoxin B1 bildet.
Der Fund gilt als bemerkenswert, weil A. flavus bislang vor allem aus wärmeren Regionen bekannt ist. Dass der Pilz nun auf einem Feld in Niederösterreich auftaucht, deutet für die Forschenden auf veränderte klimatische Bedingungen hin. Das Maisfeld diente eigentlich dazu, den Einfluss des Klimawandels auf die Reproduktion von Schimmelpilzen zu untersuchen.
Aflatoxin B1 zählt zu den krebserregendsten natürlich vorkommenden Stoffen. Besonders problematisch ist der Stoff in Lebens- und Futtermitteln, weil er über kontaminierten Mais und andere Feldfrüchte in die Nahrungskette gelangen kann. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, für Kinder, ältere Personen und Menschen mit Hepatitis B ist die Belastung besonders gefährlich.
Der Fund ist nach Angaben der Forschenden der erste dokumentierte Nachweis dieses Schimmelpilzes in Österreich. Für die BOKU ist er ein Hinweis darauf, dass sich mit steigenden Temperaturen und Trockenphasen auch Krankheitserreger und Schimmelpilze in Regionen ausbreiten können, in denen sie bisher kaum ein Thema waren.
Die Entdeckung fällt in eine Zeit, in der die Landwirtschaft in Österreich zunehmend mit Hitzestress und Trockenheit zu kämpfen hat. Gerade Mais gilt als Kulturpflanze, die unter solchen Bedingungen anfälliger für Schimmelbefall werden kann. Für die Lebensmittelkontrolle und die Pflanzenzüchtung wächst damit der Druck, auf trockenresistentere Sorten und engmaschigere Überwachung zu setzen.









