Auf der Mitterfeldalm in Mühlbach am Hochkönig haben sich am Samstag die Gamsbartträger aus Salzburg getroffen und ihren jagdlichen Hutschmuck vor der Hochkönig-Kulisse präsentiert. Das seit 2010 jährlich ausgetragene Treffen ist abwechselnd im Pongau und im Pinzgau verankert und hat sich zu einer festen Brauchtumsveranstaltung entwickelt.
Im Mittelpunkt standen die kunstvoll gebundenen Gamsbart-Hüte, die nicht nur als Schmuck gelten, sondern auch das seltene Handwerk dahinter sichtbar machen. Hans Wimmer, Bartbinder aus Lofer am Steinernen Meer, beschrieb die Herstellung als aufwendig: Entscheidend sei die Qualität der Haare und die Zahl der sogenannten „Reife“, also der weißen Spitzen. Je mehr davon vorhanden seien, desto leichter lasse sich der Bart ausklauben. Für einen einzelnen Gamsbart seien rasch 60 bis 70 Arbeitsstunden nötig.
Der Hut erfüllt dabei auch einen praktischen Zweck: Er schützt vor Sonne und setzt den Gamsbart zugleich besonders in Szene. Dass viele Teilnehmer ihre Hüte mit sichtbarem Stolz tragen, hängt auch mit dem Jagdbezug zusammen. Zahlreiche Gamsbartträger haben die Tiere selbst erlegt und verbinden das Treffen mit persönlicher Erinnerung, handwerklicher Tradition und regionaler Identität.
Früher diente das Zusammentreffen auch dem Handel mit Gamsbärten. Heute steht vor allem die Pflege des Brauchtums im Vordergrund. Neben der Präsentation des Hutschmucks geht es um Austausch unter Gleichgesinnten und um die Weitergabe eines Handwerks, das nur noch wenige beherrschen.
Das nächste Gamsbarttreffen soll im kommenden Jahr wieder im Pinzgau stattfinden.









