Beim G7-Gipfel im französischen Évian-les-Bains haben die Staats- und Regierungschefs nach zähen Verhandlungen eine klare Unterstützung der Ukraine gegen Russland schriftlich festgehalten. US-Präsident Donald Trump, der die Gespräche sichtbar dominierte, trat dabei als präsenter und launischer Faktor auf – ohne den Gipfel vorzeitig zu verlassen. Am Mittwochabend stand für ihn noch ein Abendessen im Schloss Versailles auf dem Programm.
Die Gesprächspartner in Évian gingen erkennbar auf Abstand zu offenen Konflikten mit dem US-Präsidenten. Das Ziel war, Trump nicht zu verärgern und damit die Ergebnisse des Treffens zu gefährden. Im Zentrum standen mehrere thematische Abschlusserklärungen, die die G7 trotz der unterschiedlichen Positionen zusammenbringen wollten. Dass dies gelang, wertet Gastgeber Frankreich als Erfolg.
Macron betonte bei der abschließenden Pressekonferenz, der Gipfel sei „objektiv ein Erfolg“. In einer Phase weltweiter Fragmentierung und nach Monaten von Streitigkeiten habe es Einigkeit, gehaltvolle Diskussionen und echte Kooperation gegeben, sagte der französische Präsident demnach. Für Paris ist die Einigung auch diplomatisch bedeutsam, weil sie zeigt, dass die G7 bei zentralen Fragen weiterhin zu gemeinsamen Formulierungen fähig sind.
Trump selbst setzte bei seinem Auftritt auf die ihm eigene Inszenierung. Beim Betreten des Besprechungssaals erklärte er: „Ich bin der Boss.“ Die anderen Staats- und Regierungschefs, die bereits an einem ovalen Tisch saßen, reagierten darauf mit höflichem Lachen. Die Szene verdeutlichte, wie sehr der US-Präsident den Ton der Runde bestimmte.
Anders als im Vorjahr in Kanada blieb Trump diesmal bis zum geplanten Ende. Danach wartete auf ihn ein ungewöhnlich repräsentativer Abschluss: ein Dinner im Schloss Versailles samt Lichtshow und Besuch des Spiegelsaals. Offizieller Anlass war der 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten, an deren historischer Entwicklung Frankreich militärisch beteiligt war.
Trump zeigte sich von der Einladung sichtbar beeindruckt und lobte Macron als „einen netten Kerl“. Die französische Inszenierung des Treffens verband damit diplomatische Arbeit und symbolische Außenpolitik: Der Gipfel in Évian sollte nicht nur Ergebnisse liefern, sondern auch die transatlantische Zusammenarbeit demonstrieren – trotz der schwierigen Rolle des US-Präsidenten.









