Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien wollen nach der Ankündigung eines US-Iran-Abkommens die Wiederaufnahme der Schifffahrt in der Straße von Hormus absichern. Die vier Staaten erklärten sich laut übereinstimmenden Angaben entschlossen, eine Öffnung der für den Welthandel zentralen Wasserstraße zu unterstützen. Die Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer gilt als eine der wichtigsten Öl- und Gasrouten der Welt.
Die politische Initiative aus Europa zielt darauf ab, eine Eskalation in dem Seegebiet zu verhindern und die internationale Schifffahrt rasch zu stabilisieren. Für die EU-Staaten steht dabei nicht nur die Versorgungssicherheit im Vordergrund, sondern auch die freie Durchfahrt ziviler Schiffe, auf die viele Energieimporte aus dem Golf angewiesen sind. Die Straße von Hormus ist an ihrer engsten Stelle nur wenige Dutzend Kilometer breit und damit besonders verwundbar.
Hintergrund ist die erhöhte Anspannung im Nahen Osten, die in den vergangenen Jahren immer wieder zu Warnungen vor Angriffen auf Handelsschiffe und zu Einschränkungen der Routen geführt hat. Jede Störung in der Meerenge wirkt sich unmittelbar auf Ölpreise, Versicherungsprämien und Lieferketten aus. Deshalb gilt die schnelle Rückkehr zu geordnetem Seeverkehr in europäischen Hauptstädten als außen- und wirtschaftspolitisch vorrangig.
Die Ankündigung eines US-Iran-Abkommens hat die Debatte zusätzlich beschleunigt. In Europa wird nun versucht, diplomatischen Druck mit praktischer Absicherung der Schifffahrt zu verbinden. Entscheidend ist dabei, dass eine politische Verständigung nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch auf See eingehalten wird.
Für Österreich und die übrigen EU-Staaten hat die Entwicklung indirekte Folgen. Schon kurzfristige Spannungen in Hormus können die Energie- und Transportkosten erhöhen. Deshalb verfolgen die europäischen Regierungen die Lage mit besonderer Aufmerksamkeit und setzen auf eine Lösung, die den freien Verkehr durch die Meerenge dauerhaft gewährleistet.









