Der freie Landtagsabgeordnete Georg Dornauer hat die Tiroler Landesregierung erneut scharf kritisiert. Anlass ist die Absage der Sigmund Freud Privatuniversität (SFU), in Wörgl einen neuen Standort zu eröffnen. Dornauer sprach von einem „herben Rückschlag“ für das Tiroler Unterland und machte die Landespolitik für die Entwicklung mitverantwortlich.
Mit der abgesagten Ansiedlung verliert Wörgl vorerst ein Vorhaben, das als Aufwertung für den Bildungsstandort im Bezirk Kufstein galt. Die SFU hatte zuletzt geprüft, ob sie im Tiroler Unterland Fuß fassen kann. Nach der Absage bleibt offen, ob und in welcher Form die Universität später doch noch einen Anlauf in Osttirol oder im Unterland nimmt.
Dornauer nutzt die Causa einmal mehr für eine Attacke auf die Landesregierung. Der frühere SPÖ-Chef steht seit Monaten als freier Abgeordneter auf der Oppositionsseite und sucht regelmäßig die Konfrontation mit der schwarz-roten Regierung in Innsbruck. In der Bildungs- und Standortpolitik wirft er dem Land seit Längerem fehlende Dynamik vor.
Die Absage kommt für Wörgl jedenfalls zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder als möglicher Standort für Bildungs- und Gesundheitsangebote positioniert. Eine Privatuniversität hätte nicht nur zusätzliche Studierende, sondern auch Impulse für Wirtschaft und Infrastruktur bringen können.
Die SFU mit Sitz in Wien zählt zu den größeren privaten Universitätsanbietern im Land und ist vor allem im Bereich Psychologie und Humanmedizin bekannt. Für einen Außenstandort in Tirol wäre die Frage nach Räumlichkeiten, Kooperationen und langfristiger Finanzierung entscheidend gewesen. Mit dem Aus nun ist das Projekt zumindest vorerst vom Tisch.









