Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Dengler rechnet nach Parteiausschluss mit NEOS ab

Redaktionelle Szene zum Thema „Dengler rechnet nach Parteiausschluss mit NEOS ab“

Nach seinem Rauswurf aus Partei und Klub hat der NEOS-Mitgründer Veit Dengler den Umgang seiner früheren Partei scharf kritisiert. Er sagte, er wäre bei einer weiteren Aussprache im Streit um das Doppelbudget 2027/28 „wieder nicht reden“ gelassen worden. Der Konflikt hatte sich nach einem internen Budgetstreit zugespitzt und in den Ausschluss Denglers aus Partei und Parlamentsklub gemündet.

Der Fall zeigt, wie weit die Fronten bei den NEOS inzwischen auseinanderliegen. Dengler, einer der Mitgründer der liberalen Partei, stellte sich in der Auseinandersetzung offen gegen die Parteiführung rund um Parteichefin Beate Meinl-Reisinger. Aus seiner Sicht wurde die Debatte nicht mehr offen geführt, sondern zunehmend abgeschlossen, bevor er seine Position ausreichend darlegen konnte. Seine Wortmeldung ist damit nicht nur eine persönliche Abrechnung, sondern auch ein weiteres Signal für die Spannungen innerhalb der pinken Partei.

Auslöser war ein Lauschangriff, der den Konflikt im innerparteilichen Machtkampf zusätzlich anheizte. Danach kam es zum Bruch mit Dengler. Die NEOS trennten sich schließlich von ihrem Mitgründer, der nun seinerseits die Führung und den Stil der Partei kritisiert. Besonders im Zentrum steht dabei der Vorwurf, abweichende Stimmen hätten in der Partei zu wenig Platz.

Meinl-Reisinger und die NEOS hatten in dem Streit auf Geschlossenheit gesetzt. Denglers Ausschluss machte jedoch deutlich, dass der Konflikt nicht nur eine Sachfrage über das Budget war, sondern auch eine Macht- und Vertrauensfrage. Für die Partei ist das heikel: Gerade die NEOS treten seit ihrer Gründung für Offenheit, Transparenz und innerparteiliche Debatte ein. Der Fall Dengler stellt diese Selbstbeschreibung nun öffentlich infrage.

Politisch kommt der Streit zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das Doppelbudget 2027/28 ist für die Regierung ein zentrales Projekt, und die NEOS müssen dabei Geschlossenheit demonstrieren. Dass ausgerechnet ein Mitgründer nun mit schwerem Frust aus der Partei spricht, verstärkt den Eindruck eines tiefen Risses. Denglers Vorwurf, man hätte ihn „wieder nicht reden lassen“, verleiht der Affäre eine zusätzliche Brisanz.

Diesen Artikel teilen