Bei den Salzburger Festspielen hat eine neue Inszenierung von Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ am Sonntagabend für kräftige Buhs im Publikum gesorgt. Der musikalische Eindruck des Abends wurde davon aber kaum geschmälert: Unter der Leitung von Manfred Honeck mit den Wiener Philharmonikern geriet die Aufführung zu einem der stärksten Festspielabende dieser Saison.
Regisseur Ersan Mondtag verlegt das Stück auf den Mars und setzt auf eine ungewöhnliche Bildsprache. Diese Verfremdung griff überraschend gut ineinander und verlieh dem bekannten Werk eine neue, eigenwillige Perspektive. Gerade in den szenischen Momenten ergab sich daraus ein geschlossenes, konzentriertes Bild, das die Oper nicht in den Vordergrund des Effekts, sondern in eine klare, mitunter staunenswerte Form brachte.
Den entscheidenden Anteil am Erfolg hatte die Musik. Honeck entlockte dem Orchester nach Angaben aus dem Umfeld der Produktion fein ausgehörte, schillernde Klänge und hielt die Aufführung in einem Spannungsbogen, der die Inszenierung immer wieder überstrahlte. Die Wiener Philharmoniker spielten dabei mit Präzision und Farbe, sodass der Abend vor allem musikalisch nachhaltig wirkte.
Die Buhs richteten sich vor allem gegen die Regie. Dass der Abend dennoch als nahezu triumphal wahrgenommen wurde, lag an der Kombination aus einem musikalisch hochklassigen Orchester und einer Besetzung, die das Werk insgesamt trug. So blieb am Ende weniger der Protest in Erinnerung als die ungewöhnlich starke Gesamtleistung dieses Festspielabends.









