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Blutspenden in Österreich sinken im Sommer: Rotes Kreuz warnt vor Engpässen

Redaktionelle Szene zum Thema „Blutspenden in Österreich sinken im Sommer: Rotes Kreuz warnt vor Engpässen“

Mit den ersten heißen Tagen sinkt in Österreich regelmäßig die Bereitschaft zum Blutspenden – gleichzeitig bleibt der Bedarf hoch. Pro Jahr werden im Land rund 350.000 bis 500.000 Blutkonserven benötigt, im Schnitt also etwa 1.000 pro Tag. Alle 80 bis 90 Sekunden kommt damit in einem Spital eine Blutkonserve zum Einsatz.

Besonders deutlich zeigt sich die Abhängigkeit von regelmäßigen Spenden bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen. So braucht etwa die Oberösterreicherin Brigitte Brunner mit der seltenen angeborenen Knochenmarkserkrankung Diamond-Blackfan-Anämie (DBA) alle vier Wochen zwei Blutkonserven. Ohne diese Versorgung würde ihr Zustand nach ihren Angaben rasch lebensbedrohlich werden.

Die Lage verschärft sich im Sommer zusätzlich: Viele potenzielle Spenderinnen und Spender sind auf Urlaub, andere lassen sich bei Hitze eher vom Spenden abhalten. Das Rote Kreuz verweist darauf, dass die Spendenbereitschaft seit Jahren zurückgeht und besonders die Gruppe der Jüngeren seltener nachrückt als früher. Vor zehn Jahren waren noch 70 Prozent der Erstspender zwischen 18 und 25 Jahre alt, inzwischen sind es nur noch 50 Prozent. Nur 40 Prozent der Erstspender kommen überhaupt wieder.

Damit wird die Versorgung empfindlicher. Blutkonserven sind nur 42 Tage haltbar, Reserven lassen sich also nicht beliebig aufbauen. In Oberösterreich werden laut Rotem Kreuz täglich rund 200 Konserven gebraucht, pro Jahr sind es etwa 60.000.

Die Entwicklung fällt zudem in eine Zeit, in der die Gesellschaft altert und damit der medizinische Bedarf steigt. Mehr ältere Patientinnen und Patienten brauchen Eingriffe, Operationen oder Behandlungen, bei denen Blutkonserven notwendig werden. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Menschen, die regelmäßig spenden, zu niedrig.

Für Betroffene wie Brunner ist die Versorgung dennoch existenziell. Sie kann nach eigenen Angaben nur mit den regelmäßigen Transfusionen ein normales Leben mit Beruf, Sport und Alltag führen. Ihr Appell an mögliche Spenderinnen und Spender ist schlicht: regelmäßig gehen, statt einmalig zu helfen.

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