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Auf dem Jakobsweg sucht ein schwieriger junger Mann einen Ausweg

Redaktionelle Szene zum Thema „Auf dem Jakobsweg sucht ein schwieriger junger Mann einen Ausweg“

Der französische Film Die Camino-Therapie erzählt von Adam, einem jungen Mann, der als verhaltensauffällig, aggressiv und schwer zugänglich beschrieben wird und auf dem Jakobsweg an sich arbeiten soll. Eine sozialarbeiterische Initiative setzt dabei auf eine ungewöhnliche Form der Resozialisierung: Unter Begleitung seiner Betreuerin soll der Pilgerweg nicht nur körperliche Anstrengung, sondern auch eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben ermöglichen.

Im Zentrum steht damit kein klassisches Roadmovie, sondern ein Drama über Läuterung und soziale Wiedereingliederung. Der Weg wird zum therapeutischen Raum, in dem Adam sich mit seinen Konflikten und seiner Vergangenheit auseinandersetzen muss. Die Grundidee des Films knüpft an die Tradition des Jakobswegs als Ort der Selbstprüfung an, übersetzt sie aber in ein modernes, sozialpädagogisches Umfeld.

Getragen wird der Film laut den vorliegenden Angaben von Alexandra Lamy und Julien Le Berre, die in den Hauptrollen eine überzeugende Dynamik entwickeln. Der stärkste Eindruck gehe allerdings weniger von der Handlung als von der Landschaft und einer Figur mit Handicap aus, die dem Film zusätzliche emotionale Tiefe gebe. Damit setzt der Streifen offenbar stärker auf Atmosphäre und Figurenbeobachtung als auf dramatische Zuspitzung.

Die Camino-Therapie reiht sich damit in eine Reihe europäischer Filme ein, die soziale Ausgrenzung nicht über große Gesten, sondern über einen konkreten Alltagsrahmen erzählen. Der Jakobsweg dient dabei nicht als bloße Kulisse, sondern als Prüfstein für eine Figur, die mit dem Leben in der Gesellschaft offenbar bisher nicht zurechtkommt. Gerade in der Verbindung von Pilgertradition und Resozialisierungsansatz liegt der besondere Zugriff des Films.

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