In Niederösterreich ist die Arbeitslosigkeit im Mai weiter gestiegen, besonders deutlich bei Frauen über 55 Jahren. Beim AMS Niederösterreich waren Ende des Monats knapp 44.000 Menschen arbeitslos gemeldet, rund fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,2 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.
Während die Arbeitslosigkeit bei Männern um 2,3 Prozent zunahm, verzeichnete sie bei Frauen ein Plus von 7,9 Prozent. Vor allem ältere Arbeitnehmerinnen geraten damit zunehmend unter Druck. Nach Angaben des AMS verschärft sich die Lage in der Gruppe ab 55 Jahren spürbar.
Ein Grund dafür ist die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters für Frauen. Seit 1. Jänner 2024 wird das Regelpensionsalter an jenes der Männer angeglichen. Bis 2033 steigt es von derzeit 60 auf 65 Jahre. Betroffen sind die Geburtsjahrgänge 1964 bis 1968; Frauen, die ab dem 1. Juli 1968 geboren sind, gehen regulär mit 65 Jahren in Pension.
Hinzu kommt eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung, die sich seit dem Herbst bemerkbar macht. Besonders deutlich zeigt sich das in mehreren Branchen, in denen die Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich steigt: im Gesundheits- und Sozialwesen, bei wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, in der öffentlichen Verwaltung sowie in der Herstellung von Waren, also in Teilen der Industrie.
Auch im AMS-Bestand spiegelt sich die Entwicklung wider. Von den derzeit 1.532 vorgemerkten Personen sind 1.244 Frauen, 462 davon älter als 50 Jahre. Viele der Betroffenen haben gesundheitliche Probleme, was die Rückkehr in Beschäftigung zusätzlich erschwert.
In Niederösterreich steigt die Arbeitslosigkeit damit seit nunmehr 37 Monaten in Folge. Neben älteren Arbeitslosen bereiten auch die Lehrstellenlage und die Lage in mehreren Schlüsselbranchen Sorgen. Die Zahlen zeigen, dass der Arbeitsmarkt im Bundesland weiter unter Druck steht – und dass vor allem Frauen im höheren Erwerbsalter davon betroffen sind.









