Nach dem Tod eines vierjährigen Mädchens aus Österreich in einem Hotelpool im Badeort Milano Marittima haben die italienischen Behörden Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung aufgenommen. Auch gegen den 56-jährigen Vater des Kindes wird ermittelt, ihm wird nach Angaben aus Justizkreisen eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorgeworfen.
Die Staatsanwaltschaft ließ das Schwimmbecken des Hotels sperren und ordnete eine Obduktion an, um die genaue Todesursache zu klären. Der Vorfall ereignete sich demnach am Montagnachmittag in dem Badeort an der Adriaküste nahe Ravenna. Das Mädchen war mit seiner Familie im Urlaub.
Nach den bisherigen Ermittlungen hatte die Familie kurz vor dem Unglück gemeinsam zu Mittag gegessen. Danach ging die Mutter mit den beiden älteren Schwestern ins Hotelzimmer, während der Vater mit der Vierjährigen im Aufenthaltsbereich blieb. Später soll auch er für etwa zehn Minuten ins Zimmer gegangen sein, nachdem er seine Tochter gebeten hatte, auf ihn zu warten.
Aufnahmen der Überwachungskameras zeigen den Ermittlern zufolge, wie das Kind die Treppe vom Hotel in Richtung Poolanlage hinuntergeht und den Zugang zum Schwimmbecken erreicht. Der weitere Weg ist auf den Bildern nicht zu sehen. Rund zehn Minuten später betraten zwei junge Hotelgäste den Poolbereich und bemerkten einen regungslosen Körper im Wasser.
Die beiden Jugendlichen zogen das Mädchen aus dem Wasser. Ein Arzt begann mit Wiederbelebungsmaßnahmen, das Kind konnte aber nicht mehr gerettet werden. Ein junger Zeuge schilderte den Ermittlern später, man habe zunächst gedacht, im Pool würde eine Puppe treiben.
Die italienischen Ermittler prüfen nun den genauen Ablauf des Unglücks und die Frage, wie das Mädchen unbeaufsichtigt in den Poolbereich gelangen konnte. Das Hotelbecken bleibt gesperrt, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind.









