Der rumänische Regisseur Cristian Mungiu hat in Cannes die Goldene Palme für sein Drama „Fjord“ erhalten. Der Hauptpreis des Festivals ging damit an einen Film über ein christliches Paar, das mit seinen fünf Kindern in ein norwegisches Dorf zieht und dort mit dem Jugendamt aneinandergerät.
In den Hauptrollen sind Sebastian Stan und Renate Reinsve zu sehen. Stan, der in Rumänien geboren wurde und als Kind in Wien lebte, spielt neben Reinsve das Paar, das nach dem Umzug mit dem Vorwurf konfrontiert wird, die Kinder würden vernachlässigt. Der Film verhandelt damit ein klassisches Culture-Clash-Thema und verbindet es mit Fragen von Familie, staatlicher Kontrolle und kultureller Fremdheit.
Jurypräsident Park Chan-wook kündigte den Sieger mit dem Hinweis auf eine besonders diverse Jury und ein entsprechend breites Filmspektrum an. Die Auszeichnung für Mungiu ist eine weitere Bestätigung für den rumänischen Regisseur, der in Cannes seit Jahren zu den prägenden Autorenfilmern zählt.
Für Aufmerksamkeit sorgte bei der Preisverleihung auch eine politische Botschaft: Der aus Russland stammende und im Exil lebende Regisseur Andrej Swjaginzew richtete mit seinem Film „Minotaur“ eine Botschaft an Präsident Wladimir Putin. Welche Details Swjaginzew dabei ansprach, blieb im Rahmen der Gala jedoch im Hintergrund; im Mittelpunkt stand die Ehrung der diesjährigen Preisträger.
Über den Jurypreis konnte sich die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach freuen. Ihr Werk wurde damit ebenfalls in Cannes ausgezeichnet und reiht sich in ein Festivaljahr ein, das stark von Autorenkino und politischen Untertönen geprägt war.









