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„Enhanced Games“ in Las Vegas: Wie das erlaubte Doping zum Politikum wird

Redaktionelle Szene zum Thema „„Enhanced Games“ in Las Vegas: Wie das erlaubte Doping zum Politikum wird“

In Las Vegas beginnen am Sonntag die ersten „Enhanced Games“ – ein Wettbewerb, bei dem leistungssteigernde Mittel ausdrücklich erlaubt sind und der damit den internationalen Spitzensport frontal herausfordert. Austragungsort ist das Resort World; auf dem Programm stehen zunächst Schwimmen, Sprint und Gewichtheben.

Die Veranstaltung ist weit mehr als eine exzentrische Sportidee. Hinter dem Projekt stehen Investoren mit Nähe zum politischen Lager um Donald Trump, darunter auch der deutsch-amerikanische Milliardär Peter Thiel. Damit ist das Vorhaben auch in den USA selbst zu einem Kulturkampf-Thema geworden: zwischen dem Versprechen maximaler individueller Freiheit und dem jahrzehntelang gepflegten Ideal fairen, regelgebundenen Sports.

Sport als Geschäftsmodell und politisches Signal

Erfinder und treibende Kraft ist der australische Jurist und Unternehmer Aron D’Souza. Er erzählt gern, wie ihn die Idee in einem Fitnessstudio in Miami packte, nachdem ihm ein besonders muskulöser Mann von Steroiden berichtet hatte, die ihm von einem Arzt verschrieben worden seien. D’Souza, der die Idee später auch Thiel vorgetragen haben soll, machte daraus ein Geschäftsmodell mit globalem Anspruch.

Die Veranstalter verkaufen die „Enhanced Games“ als radikale Neudefinition des Leistungssports. Statt Dopingkontrollen gibt es medizinische Begleitung. Zugelassen sind nach Angaben der Organisatoren nur in den USA erlaubte Substanzen, keine harten Drogen. Was die Athleten im Detail nehmen, bleibt dennoch oft unklar. Genau das ist einer der Punkte, an denen sich die Kritik entzündet: Gegner sehen darin die Normalisierung von Arzneimittelmissbrauch unter sportlichem Etikett.

Besonders heikel ist das Projekt auch deshalb, weil es in den USA in eine aufgeheizte politische Atmosphäre fällt. Trump-nahe Geldgeber, die Nähe zu libertären Tech-Milliardären und die bewusste Provokation gegen das olympische System machen die Spiele zu einem Symbol für eine Bewegung, die staatliche oder institutionelle Regeln zugunsten des Marktes zurückdrängen will.

Für die traditionellen Sportverbände ist das eine direkte Herausforderung. Der Spitzensport lebt von einem Regelwerk, das gleiche Bedingungen schaffen und die Gesundheit der Athleten schützen soll. Die „Enhanced Games“ drehen dieses Prinzip um: nicht Kontrolle, sondern Optimierung ist das Ziel. Dass die Konkurrenz in Las Vegas nun tatsächlich startet, verleiht dem Experiment erstmals reale politische Sprengkraft.

Schon im Vorfeld sorgte vor allem der australische Schwimmer James Magnussen, früher Weltmeister und Olympiateilnehmer, für Schlagzeilen. Er kündigte an, sich für die Wettbewerbe massiv aufzurüsten. Genau solche Aussagen sind es, die den neuen Bewerb zum Symbol einer Debatte machen, die weit über den Sport hinausreicht: Wer bestimmt die Regeln, wenn Kapital, Technologie und Körperoptimierung aufeinandertreffen?

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