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Italienische Pfadfinder öffnen Erzieherrolle auch für LGBTQIA+-Personen

Redaktionelle Szene zum Thema „Italienische Pfadfinder öffnen Erzieherrolle auch für LGBTQIA+-Personen“

Italiens Pfadfinderbewegung erlaubt künftig auch LGBTQIA+-Personen, als Erzieher tätig zu sein. Auslöser für die Neuregelung war der Fall eines Mannes aus Friaul-Julisch Venetien, dessen zivile Partnerschaft die Diskussion innerhalb der Organisation befeuerte und nun zu einer Änderung der internen Vorgaben geführt hat.

Die Entscheidung gilt als bemerkenswerter Schritt in einer katholisch geprägten und in Teilen traditionell aufgestellten Jugendbewegung. Pfadfinder gelten in Italien seit Jahrzehnten als wichtige Erziehungs- und Freizeitorganisation mit starkem gesellschaftlichem Einfluss. Dass nun auch offen queere Personen offiziell in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen mitarbeiten dürfen, markiert eine Öffnung, die über die Szene hinaus wahrgenommen werden dürfte.

Der Fall aus Friaul-Julisch Venetien hatte gezeigt, dass die bisherige Praxis nicht mehr zur gesellschaftlichen Realität passt. Die zivile Partnerschaft des Mannes machte die Frage sichtbar, ob Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen in der Organisation weiterhin ausgeschlossen oder nur eingeschränkt akzeptiert werden. Mit der Neuregelung zieht die Pfadfinderbewegung nun Konsequenzen aus dieser Debatte.

In Italien ist die rechtliche Gleichstellung von LGBTQIA+-Personen in den vergangenen Jahren zwar schrittweise vorangekommen, gesellschaftlich bleibt das Thema aber umstritten. Gerade in Einrichtungen mit Bildungs- und Betreuungsauftrag haben Fragen nach Zugehörigkeit, Vorbildfunktion und persönlicher Lebensweise immer wieder Konflikte ausgelöst. Die Öffnung bei den Pfadfindern reiht sich in diese Entwicklung ein und dürfte auch innerhalb der Organisation Diskussionen über künftige Standards auslösen.

Für betroffene Ehrenamtliche bedeutet die Änderung vor allem mehr Rechtssicherheit und Sichtbarkeit. Zugleich ist der Schritt ein Signal an Jugendliche und Familien, dass sich die Pfadfinderbewegung stärker als früher an gesellschaftlicher Vielfalt orientieren will. Wie weitreichend die neue Linie in der Praxis umgesetzt wird, hängt nun von den internen Strukturen und der regionalen Verankerung der Organisation ab.

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