Im italienischen Comer-See-Ort Varenna sind seit Kurzem Strafen von bis zu 200 Euro vorgesehen, wenn Menschen außerhalb der ausgewiesenen Strandbereiche in Badebekleidung unterwegs sind. Die Gemeinde will damit den Touristenstrom besser ordnen und das Auftreten im Ortszentrum stärker regeln.
Varenna liegt am Ostufer des Comer Sees und zählt seit Jahren zu den stark frequentierten Ausflugsorten in Norditalien. Gerade in der warmen Jahreszeit kommen viele Besucherinnen und Besucher für einen Tagesausflug an den See, oft direkt aus Mailand oder aus dem Ausland. In engen Gassen, an der Uferpromenade und rund um Lokale und Geschäfte führt das regelmäßig zu Konflikten zwischen dem touristischen Betrieb und dem Alltag der Einheimischen.
Die neuen Regeln zielen darauf ab, das Betreten von Restaurants, Geschäften und anderen öffentlichen Bereichen in Badekleidung einzuschränken. Wer sich außerhalb der Strände oder Badezonen zu freizügig kleidet, muss künftig mit einer Geldstrafe rechnen. Die Gemeinde setzt damit auf ein Instrument, das in Italien auch an anderen Touristenorten verwendet wird, um das Verhalten von Gästen stärker zu lenken.
Hintergrund ist der anhaltende Druck des Massentourismus auf kleine Orte am Comer See. Varenna gehört zu den besonders beliebten Zielen, weil der Ort mit Bahn, Fähre und Straße gut erreichbar ist und als Ausgangspunkt für Ausflüge am See gilt. Mit den neuen Strafen will die Gemeinde offenbar nicht nur für mehr Ordnung sorgen, sondern auch das Ortsbild und die Lebensqualität im Zentrum schützen.
In Italien greifen Kommunen immer wieder zu örtlichen Verordnungen, um gegen als unpassend empfundene Touristenpraktiken vorzugehen. Dazu zählen etwa Regeln für Kleidung, Verhalten an Stränden oder das Verbot bestimmter Aktivitäten in historischen Ortskernen. Varenna reiht sich damit in eine breitere Debatte über den Umgang mit starkem Besucherandrang ein, die den Sommer über in mehreren Regionen des Landes geführt wird.









