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Bauern fordern strengere Eingriffe bei Biberschäden

Redaktionelle Szene zum Thema „Bauern fordern strengere Eingriffe bei Biberschäden“

Unterminierungen, Vernässungen und Fraßschäden durch Biber setzen land- und forstwirtschaftlichen Flächen in Niederösterreich zunehmend zu. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich verlangt deshalb mehr Möglichkeiten, um in Biberlebensräume und in die Population der Tiere eingreifen zu können. Zugleich pocht sie auf Entschädigungen für betroffene Betriebe und auf stärkere Förderungen von Präventionsmaßnahmen.

Im Zentrum der Kritik steht die niederösterreichische Biberverordnung. Die Kammer will, dass die Regeln überarbeitet oder neu erlassen werden. Aus dem Büro der für den Tierschutz zuständigen Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) heißt es, eine neue Verordnung sei geplant. Man befinde sich in der Endabstimmung, Einzelheiten würden derzeit noch nicht genannt.

Konflikt zwischen Naturschutz und Landwirtschaft

Biber gelten aus Sicht von Naturschützern als wichtige Gestalter von Lebensräumen. Ihre Dämme schaffen artenreiche Feuchtgebiete, können aber auch Wasser auf angrenzende Flächen stauen und landwirtschaftliche Nutzungen beeinträchtigen. Genau dieser Zielkonflikt verschärft sich dort, wo sich Biber an Fließgewässern und deren Ufern ausbreiten.

Besonders betroffen sind in Niederösterreich die Donauauen, die Marchauen östlich von Wien und die Tullnerfelder Donauauen samt angrenzenden Flusseinzugsgebieten. Weitere Vorkommen gibt es in der Wachau, im Südosten Wiens entlang von Fischa und Schwechat, in der „Feuchten Ebene“ im Industrieviertel, im Marchfeld, im Weinviertel, im Kamptal sowie an südlichen Donauzubringern im Mostviertel wie Melk und Traisen.

Gerade in diesen Regionen berichten Landwirte immer wieder von nassen oder unbrauchbar gewordenen Flächen. Neben Überflutungen durch Biberstaue sorgen auch Untergrabungen an Ufern und Dämmen für Schäden. Die Landwirtschaftskammer sieht deshalb Handlungsbedarf bei der gesetzlichen Grundlage und fordert raschere Eingriffsmöglichkeiten.

Wie weitreichend die geplante neue Verordnung ausfallen soll, ist derzeit noch offen. Klar ist aber: Der Umgang mit dem geschützten Nagetier bleibt in Niederösterreich ein sensibles Thema zwischen Artenvielfalt und landwirtschaftlicher Nutzung.

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