Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Sechs Tage in den Dolomiten: Vermisste Wanderer überlebten nur mit Bachwasser und Urin

Redaktionelle Szene zum Thema „Sechs Tage in den Dolomiten: Vermisste Wanderer überlebten nur mit Bachwasser und Urin“

Ein vermisstes Paar ist in den Dolomiten nach sechs Tagen lebend gefunden worden. Die beiden Wanderer hatten sich in unwegsamem Gelände mit einem Notunterschlupf eingerichtet und sich nach Angaben aus dem Umfeld der Rettung mit Bachwasser versorgt. Um nicht zu dehydrieren, tranken sie demnach zeitweise auch ihren eigenen Urin.

Der Fall zeigt, wie schnell eine Tour in den Dolomiten lebensgefährlich werden kann, wenn Wetter, Orientierung und Ausrüstung nicht mehr ausreichen. Gerade in den stark alpinen Bereichen zwischen Südtirol, Trentino und Venetien geraten Wanderer immer wieder in Schwierigkeiten, weil Wege abrupt enden, Abstürze möglich sind und Mobilfunkempfang nicht überall verlässlich ist.

Nach sechs Tagen in der Wildnis waren die beiden laut den vorliegenden Angaben so geschwächt, dass jede zusätzliche Flüssigkeit überlebenswichtig war. Ein selbst gebauter Unterschlupf half ihnen, die Nächte zu überstehen. Die Wasserversorgung über einen Bach dürfte entscheidend gewesen sein, um einen völligen Flüssigkeitsverlust zu verhindern.

Dass Menschen in einer solchen Notsituation Urin trinken, ist ein Zeichen äußerster Ausweglosigkeit. Medizinisch ersetzt das keine echte Flüssigkeitszufuhr, kann aber in einer akuten Überlebenslage als kurzzeitiger Notbehelf dienen, wenn keine andere Quelle erreichbar ist.

Unfälle und Vermisstensuchen gehören in den Dolomiten zum wiederkehrenden Einsatzbild der Bergrettung. Besonders in den Sommermonaten unterschätzen Wanderer immer wieder Distanz, Wetterumschwünge und die alpinen Anforderungen. Der aktuelle Fall unterstreicht, wie wichtig gute Vorbereitung, ausreichend Wasser, Orientierungsmittel und eine realistische Tourenplanung sind.

Diesen Artikel teilen