Der Ölpreis ist nach der erneuten Eskalation zwischen den USA und Iran deutlich gestiegen. Brent verteuerte sich am Mittwoch zeitweise auf knapp 79 Dollar pro Barrel. Auslöser sind die verschärften Spannungen am Persischen Golf und Zweifel daran, ob das im Juni geschlossene Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran noch hält.
Für die Märkte ist die Entwicklung vor allem deshalb heikel, weil der Nahost-Konflikt unmittelbar auf den Energiesektor durchschlägt. Schon die Gefahr von Störungen auf den Transportwegen durch die Straße von Hormus reicht aus, um die Preise nach oben zu treiben. An den Börsen wird damit gerechnet, dass sich die Lage rasch auf die Kosten für Benzin und Diesel auswirken kann.
Besonders in den USA kommt der Preisanstieg politisch zur Unzeit. Dort hatte Präsident Donald Trump die Ölkonzerne wie Exxon und Chevron wiederholt gedrängt, für niedrigere Spritpreise zu sorgen. Nun läuft die Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung. Dass Exxon für das zweite Quartal angesichts der hohen Ölpreise mit einem Gewinn von fast 16 Milliarden Dollar rechnet, unterstreicht, wie stark die Branche von der Teuerung profitiert.
Trump selbst verschärfte den Ton gegenüber Teheran zuletzt weiter. Nach seinem Auftritt beim NATO-Gipfel in Ankara erklärte er die Feuerpause aus seiner Sicht für beendet und sprach in drastischer Wortwahl über die iranische Führung. Damit gerät das ohnehin brüchige Abkommen weiter unter Druck. Offiziell sind die Verhandlungen über ein Ende des Konflikts zwar nicht abgebrochen, doch die politischen Signale deuten in die entgegengesetzte Richtung.
Für den Ölmarkt bleibt damit vorerst das Risiko einer weiteren Zuspitzung bestehen. Die aktuelle Preisbewegung liegt zwar noch deutlich unter früheren Spitzenwerten, sie zeigt aber, wie empfindlich der Markt auf jede neue Entwicklung am Golf reagiert. Für Verbraucher und für die US-Regierung ist das keine gute Nachricht – gerade wenige Monate vor den Zwischenwahlen.









