Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat die Prioritäten für die kommenden Kriegsmonate neu abgesteckt: Kiew soll die Produktion von Drohnen und Raketen deutlich ausweiten und Angriffe auf Ziele in Russland fortsetzen. Bei einer Sitzung mit Vertretern von Militär, Regierung und Rüstungsindustrie stellte Selenskij nach eigenen Angaben die Weichen für eine stärkere heimische Waffenproduktion.
Selenskij erklärte anschließend auf Telegram, die Ukraine sei inzwischen in der Lage, „solche Mengen an hochtechnologischen Waffen zu produzieren, die die russischen Kapazitäten langfristig übertreffen können“. Im Zentrum der Beratungen habe die Steigerung der Produktionskapazitäten für das Drohnen- und Raketenprogramm gestanden. Besonders gefragt sei mehr Geld für die Rüstungsfertigung im Land.
Das Außen- und das Verteidigungsministerium seien beauftragt worden, mit Partnerstaaten über zusätzliche Finanzmittel für die ukrainische Produktion zu sprechen, sagte Selenskij. Investitionen in die heimische Rüstungsindustrie seien Investitionen, um Russland „zum Frieden zu zwingen“, so der Präsident.
Die Linie ist auch als Signal an Moskau zu verstehen. Selenskij kündigte an, die Ukraine werde Angriffe auf Ziele in Russland fortsetzen. Die bisherigen Attacken hätten gezeigt, dass die Einschränkung der russischen Kriegsfähigkeit auch davon abhänge, ob der Krieg im Alltag russischer Gesellschaftsgruppen spürbar werde. Kiew wolle daher die Kosten der Besatzung erhöhen und Russlands Möglichkeiten zur Finanzierung des Krieges weiter einschränken.
Zuletzt haben ukrainische Angriffe mit neuen Waffensystemen nach Angaben aus Kiew vor allem die russische Erdölindustrie und Rüstungsunternehmen getroffen. Die Ukraine versucht damit seit Monaten, die militärische Logistik und die Einnahmequellen Russlands unter Druck zu setzen. Mit der nun bekräftigten Marschrichtung setzt Selenskij klar auf eine Kombination aus heimischer Aufrüstung und offensiven Schlägen gegen russische Infrastruktur.









