Die von Deutschland angekündigten Bahnsperren für Sanierungsarbeiten zwischen 2026 und 2028 werden nach Einschätzung der ÖBB den Personen- und Güterverkehr in Österreich deutlich belasten. Vor allem Tirol und die zentrale Brennerachse seien betroffen, sagte ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä. Es werde zu längeren Fahrzeiten, großräumigen Umleitungen und Schienenersatzverkehr kommen.
Besonders heikel ist aus Sicht der ÖBB die Sperre im ersten Halbjahr 2028 auf der Strecke zwischen München und Rosenheim. Matthä bezeichnete sie als „extrem belastend“. Diese Verbindung gilt als eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen für den Verkehr Richtung Österreich und weiter nach Italien.
Die Auswirkungen treffen nicht nur Reisende im Fernverkehr, sondern auch den stark frequentierten Güterverkehr. Über die bayerischen Strecken laufen zahlreiche Verbindungen zwischen Deutschland, Österreich und Italien. Wenn einzelne Abschnitte gesperrt sind, müssen Züge auf andere Routen ausweichen oder zeitweise durch Busse ersetzt werden. Das verlängert nicht nur die Reisezeit, sondern belastet auch die Pünktlichkeit im gesamten Netz.
Die ÖBB wollen nach eigenen Angaben rechtzeitig über die Auswirkungen informieren. Für Fahrgäste und Unternehmen sei entscheidend, frühzeitig Planungssicherheit zu bekommen, damit Verbindungen umgestellt und Transporte angepasst werden können. Gerade im Transitverkehr über den Brenner zählt jede zusätzliche Stunde, weil sich Störungen rasch auf weitere Strecken auswirken.
Die angekündigten Bauarbeiten in Deutschland sind Teil einer länger angelegten Sanierungsphase im Bahnnetz. Für Österreich verschärft das die ohnehin angespannte Lage auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen des Landes. Besonders in Tirol drohen laut ÖBB spürbare Einschränkungen im grenzüberschreitenden Verkehr, die auch wirtschaftliche Folgen haben dürften.









