Rapid hat sich im Hinspiel des Europacup-Play-offs in Ried mit 1:2 selbst in die Bredouille gebracht. Die Wiener lagen lange zurück und kassierten beide Gegentreffer nach Standardsituationen, beim zweiten Treffer lenkte Jean-Pierre Raux-Yao den Ball ins eigene Tor. Für das Rückspiel in Hütteldorf braucht Rapid damit am Pfingstmontag eine deutliche Steigerung, um sich das Ticket für Europa noch zu sichern.
Die Ausgangslage war für die Wiener schon vor dem Anpfiff schwierig. Trainer Peter Stöger musste auf mehrere Spieler verzichten und improvisieren. Auch während der Partie wurde deutlich, dass Rapid mit den personellen Ausfällen zu kämpfen hatte. Die Mannschaft fand zwar phasenweise ins Spiel, ließ aber in den entscheidenden Momenten die nötige Stabilität vermissen.
Ried erwischte den besseren Start und setzte Rapid früh unter Druck. Die Innviertler nutzten ihre Standards konsequent aus: Schon das 1:0 fiel nach einer Eckball-Variante, bei der der japanische Innenverteidiger Nikki Havenaar per Kopf erfolgreich war. Es war bereits das 21. Saisontor der Rieder nach einem ruhenden Ball – ein Wert, der die Stärke der Oberösterreicher in dieser Spielsituation unterstreicht.
Rapid kam zwar zu eigenen Möglichkeiten, konnte die Partie aber nicht kippen. Ried blieb im Umschaltspiel gefährlich und verteidigte die Führung mit zunehmender Konsequenz. Der zweite Treffer der Gastgeber brachte schließlich die Vorentscheidung: Wieder führte ein Standard zu Chaos im Rapid-Strafraum, diesmal war Raux-Yao unglücklich beteiligt und beförderte den Ball ins eigene Tor.
Mit der Niederlage steht Rapid im Rückspiel unter massivem Druck. Die Wiener müssen in der eigenen Arena gewinnen, um die Chance auf einen Europacupplatz zu wahren. Ried reist dagegen mit einem Vorsprung nach Wien und hat nun die Möglichkeit, das Play-off vor ausverkauftem oder zumindest stimmungsvoll besetztem Haus zu entscheiden.
Für Rapid setzt sich damit eine schwierige Saison fort. Die Mannschaft wirkt in den entscheidenden Phasen anfällig, in Ried offenbarte sich das besonders bei gegnerischen Standards. Genau dort hat Ried in dieser Spielzeit eine ihrer größten Stärken entwickelt – und diese im Hinspiel eiskalt ausgespielt.









