Judi Dench blickt in einem Gesprächsband mit Brendan O’Hea auf Shakespeare, Theaterrollen und ihr eigenes Leben zurück. Das Buch verbindet persönliche Erinnerungen mit einem Blick auf die Arbeit mit dem englischen Dramatiker, dessen Stücke die Schauspielerin über Jahrzehnte begleitet haben.
Im Zentrum steht dabei nicht nur die Bewunderung für William Shakespeare, sondern auch die Theaterpraxis: Dench spricht über Rollenarbeit, Textverständnis und den Zugang zu Figuren, der sich aus jahrzehntelanger Bühnenerfahrung speist. Der Band bietet damit nicht bloß Anekdoten, sondern Einblicke in eine Schauspielkarriere, die eng mit dem klassischen Repertoire verbunden ist.
Dench gehört zu den prägenden britischen Schauspielerinnen ihrer Generation. International bekannt wurde sie auch als „M“ in den James-Bond-Filmen, im Theater aber hat sie sich immer wieder mit Shakespeare-Produktionen einen Namen gemacht. Gerade dieser Hintergrund macht den Gesprächsband interessant: Er verbindet den Blick auf eine Ausnahmekarriere mit Überlegungen zu einem Autor, der für viele Schauspielerinnen und Schauspieler der Maßstab bleibt.
Der Reiz des Buches liegt in der doppelten Perspektive. Es geht um Shakespeare als Theaterautor und um Dench als Interpretin, die aus der Arbeit an den Texten Schlussfolgerungen für das Leben zieht. So entsteht ein Band, der sich nicht nur an Literatur- und Theaterinteressierte richtet, sondern auch an Leserinnen und Leser, die erfahren wollen, wie eine große Schauspielerin über Beruf, Alter, Erinnerung und die eigene künstlerische Biografie spricht.
Gerade im Kulturbereich hebt sich ein solches Buch von reinen Porträts ab. Es ist weniger Hommage als Werkstattgespräch, weniger Rückschau als Reflexion über eine Kunstform, die von Präzision, Sprache und Erfahrung lebt. Wer Shakespeare lesen oder auf der Bühne sehen will, findet darin einen Zugang aus der Praxis heraus.









