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Triests Frauenstrand bleibt ein Sonderfall

Redaktionelle Szene zum Thema „Triests Frauenstrand bleibt ein Sonderfall“

Im Gemeindebad El Pedocin in Triest ist die Trennung zwischen Frauen- und Männerbereich für viele Einheimische nicht verhandelbar. Die Mauer, die die beiden Teile des Strandes seit mehr als einem Jahrhundert voneinander trennt, gilt ihnen als Teil der Identität des Bads – und nicht als Relikt, das verschwinden sollte.

Das Bad an der Adria ist eines der wenigen verbliebenen öffentlichen Strandbäder in Italien, in denen die Geschlechter noch räumlich getrennt sind. Frauen nutzen den vorderen Bereich näher zur Stadt, Männer den hinteren Abschnitt Richtung Meer. Dazwischen steht die Mauer, die seit der Eröffnung des Gemeindebads im Jahr 1903 besteht.

Gerade diese klare Ordnung macht den Ort für manche Stammgäste attraktiv. Sie sprechen von Ruhe, Übersicht und einem gewissen Freiraum, den die Trennung schaffe. Für sie ist der Pedocin nicht nur Badeplatz, sondern auch ein Stück Alltagskultur in einer Stadt, die stark vom Meer geprägt ist.

Der Streit um eine mögliche Aufhebung der Trennung ist nicht neu. Immer wieder wird darüber diskutiert, ob eine solche Anlage noch zeitgemäß ist. In Triest stößt das jedoch auf Widerstand von Menschen, die das Bad als gewachsene lokale Besonderheit sehen und die Mauer als festes Element verteidigen.

Der Pedocin ist damit mehr als eine Kuriosität am Strand. Das Gemeindebad steht für ein Spannungsfeld zwischen Tradition und Veränderung, zwischen öffentlichem Raum und gewohnter sozialer Ordnung. In einer Zeit, in der viele Strände auf Vereinheitlichung setzen, hält Triest an einem Modell fest, das anderswo längst verschwunden ist.

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