Thomas Tuchel hat seinen 26-köpfigen England-Kader für die WM in Nordamerika ohne mehrere prominente Namen nominiert. Der deutsche Teamchef verzichtet auf die Offensivspieler Phil Foden und Cole Palmer, auch Trent Alexander-Arnold und Harry Maguire stehen nicht im Aufgebot. Kapitän bleibt wie erwartet Bayern-Stürmer Harry Kane.
Für Diskussionen sorgt in England nicht nur die Auswahl selbst, sondern auch die Art der Verkündung: Tuchel präsentierte den Kader in einem Videoclip mit Beatles-Musik. Das passte zum Standort der DFB- und Premier-League-geprägten Debatte auf der Insel, änderte aber nichts an den sportlichen Konsequenzen für jene Spieler, die den Sprung in den WM-Kader verpasst haben.
Besonders hart trifft es Maguire. Der Innenverteidiger von Manchester United war im März noch bei zwei Testspielen für England im Einsatz, nun blieb er ebenso außen vor wie Klubkollege Luke Shaw. Maguire schrieb auf Instagram, er sei „schockiert und zutiefst enttäuscht“ und habe nach seiner Saison auf eine wichtige Rolle bei dem Turnier gehofft. Auch Foden und Palmer, die bei der EM 2024 noch zum englischen Aufgebot unter Gareth Southgate gehört hatten, sind diesmal nicht dabei.
Zu den auffälligeren Personalentscheidungen zählt die Nominierung von Ivan Toney. Der frühere Brentford-Torjäger spielt seit zwei Jahren bei Al-Ahli in Saudi-Arabien und kehrt damit auf große Turnierbühne zurück. Ebenfalls überraschend ist die Berufung von Djed Spence von Tottenham Hotspur, der mit seinem Klub zuletzt um den Klassenerhalt kämpfen musste.
Bemerkenswert ist zudem ein historischer Befund rund um den Kader: Erstmals seit 1986 steht kein Spieler des FC Liverpool in einem englischen Endrunden-Aufgebot. Für einen Fußballverband, der seit Jahren auf eine tiefe Auswahl aus der Premier League setzt, ist das ein weiterer Hinweis auf den harten Schnitt, den Tuchel nun vollzogen hat.
Die Entscheidung unterstreicht den Anspruch des 51-Jährigen, das englische Team mit klaren personellen Prioritäten in die WM zu führen. Ob der Verzicht auf etablierte Namen der richtige Weg ist, dürfte in den kommenden Tagen vor allem in England weiter intensiv diskutiert werden.









