Martin Pfeffer, im Dezember erstinstanzlich wegen NS-Wiederbetätigung und Holocaust-Verharmlosung verurteilt, ist bei der FPÖ im Wahlkampfeinsatz. Der frühere Chefredakteur der rechtsextremen Zeitschrift „Aula“ wurde an einem Wahlkampfstand der Freiheitlichen gesehen und wirbt dort nach Angaben aus dem Umfeld der Partei für Wähler.
Der Fall erhält Brisanz, weil Pfeffer erst wenige Monate zuvor in Graz nach einem aufsehenerregenden Prozess schuldig gesprochen worden war. Vor Gericht ging es um Texte, die über Jahre in der „Aula“ erschienen waren und von Geschworenen in einem Verfahren mit mehr als einem Dutzend Verhandlungstagen bewertet wurden. Die Zeitschrift des Freiheitlichen Akademikerverbandes war 2018 eingestellt worden.
Pfeffer war über längere Zeit in das Umfeld des Blatts eingebunden und zählte zu jenen Personen, deren Rolle in der politischen und publizistischen Aufarbeitung der „Aula“ immer wieder thematisiert wurde. Dass er nun ausgerechnet im Wahlkampf der FPÖ auftritt, lenkt den Blick erneut auf den Umgang der Partei mit Personen aus diesem Milieu.
Die FPÖ setzt im Wahlkampf regelmäßig auf Präsenz an Informations- und Ankündigungsständen im öffentlichen Raum. Der Einsatz von Pfeffer zeigt, dass die Partei dabei auch auf Unterstützer zurückgreift, deren Vergangenheit juristisch und politisch belastet ist. Gerade in Österreich ist der Umgang mit rechtsextremen oder geschichtsrevisionistischen Aussagen seit Jahren ein sensibles Thema.
Die erstinstanzliche Verurteilung gegen Pfeffer ist noch nicht rechtskräftig. Unabhängig davon sorgt sein Auftritt im Wahlkampf für neue Diskussionen über die personellen Überschneidungen zwischen der FPÖ und Akteuren aus dem Umfeld der ehemaligen „Aula“.









