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Strompreis-Lücke zu Deutschland soll mit neuer Leitung schrumpfen

Redaktionelle Szene zum Thema „Strompreis-Lücke zu Deutschland soll mit neuer Leitung schrumpfen“

Eine zusätzliche Stromleitung zwischen Deutschland und Österreich soll die heimischen Haushalte und Betriebe entlasten und die Stromkosten laut Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer um bis zu 375 Millionen Euro senken. Ziel der Bundesregierung ist es, den seit Jahren bestehenden Preisunterschied zum deutschen Markt zu verringern.

Hattmannsdorfer kündigte am Freitag an, den Abstand beim Strompreis „beenden“ zu wollen. Im Mittelpunkt steht dabei der Ausbau der grenzüberschreitenden Strominfrastruktur. Mehr Transportkapazität soll dafür sorgen, dass günstigerer Strom aus dem Nachbarland leichter nach Österreich gelangen kann und sich Preisspitzen im Inland abschwächen.

Der Schritt ist wirtschaftspolitisch bedeutsam, weil die Strompreise in Österreich zuletzt nicht nur für private Haushalte, sondern auch für energieintensive Unternehmen ein zentraler Kostentreiber blieben. Gerade in der Industrie und im Gewerbe wirken sich Unterschiede zu Deutschland unmittelbar auf Wettbewerbsfähigkeit und Standortkosten aus.

Entlastung erst mit Verzögerung erwartet

Die angekündigte Leitung soll nicht sofort wirken. Als Zeitpunkt für die Umsetzung wurde der Frühling 2027 genannt. Bis dahin bleibt offen, wie stark sich die Maßnahme tatsächlich auf den Marktpreis auswirken wird. Klar ist aber: Der geplante Netzausbau soll die Handelsmöglichkeiten zwischen beiden Ländern verbessern und so den österreichischen Strommarkt enger an den deutschen anbinden.

Österreich ist im Stromsystem stark mit dem Ausland verflochten. Preisunterschiede entstehen vor allem dann, wenn zu wenig Übertragungskapazität vorhanden ist oder regionale Engpässe den Austausch von Energie bremsen. In solchen Fällen zahlen Kunden hierzulande oft mehr, obwohl in benachbarten Märkten billigere Angebote verfügbar wären.

Für die Regierung ist die Maßnahme daher auch ein Signal an Konsumenten und Wirtschaft: Sinkende Netzkosten und ein besser funktionierender Stromhandel sollen die Energiepreise mittelfristig dämpfen. Ob die veranschlagten 375 Millionen Euro tatsächlich erreicht werden, wird allerdings wesentlich davon abhängen, wie rasch der Ausbau vorankommt und wie sich der europäische Strommarkt in den kommenden Jahren entwickelt.

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