Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Teilpension bleibt weit hinter Erwartungen zurück

Redaktionelle Szene zum Thema „Teilpension bleibt weit hinter Erwartungen zurück“

Die neue Teilpension wird in Österreich bisher nur sehr zögerlich genutzt: In den ersten drei Monaten nahmen 245 Personen das Modell in Anspruch, im Mai kamen laut den vorliegenden Zahlen nur weitere 33 Bezieher dazu. Damit rückt das Ziel der Regierung, jährlich rund 10.000 Teilpensionisten zu erreichen, in weite Ferne.

Die Maßnahme soll älteren Arbeitnehmern einen gleitenden Übergang in den Ruhestand ermöglichen. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann einen Teil seiner Arbeitszeit reduzieren und parallel einen Teil der Pension beziehen. Gerade in Branchen mit Personalmangel sollte das Modell auch dazu beitragen, erfahrene Kräfte länger im Erwerbsleben zu halten.

Der bisherige Zuspruch fällt jedoch deutlich geringer aus als politisch erhofft. Für die Regierung ist das heikel, weil die Teilpension als Instrument präsentiert wurde, um Beschäftigte länger im Job zu halten und den Druck auf das Pensionssystem abzufedern. Bleibt die Nachfrage auf dem bisherigen Niveau, dürfte das Modell die budgetären und arbeitsmarktpolitischen Erwartungen kaum erfüllen.

Sozialministerin Schumann kündigte an, künftig stärker über die neue Möglichkeit informieren zu wollen. Das deutet darauf hin, dass die geringe Nachfrage aus Sicht der Regierung nicht am Modell selbst, sondern auch an mangelnder Bekanntheit liegen könnte. Für die politische Debatte über die Zukunft des Pensionssystems ist die Entwicklung jedenfalls ein Warnsignal: Ein Instrument, das auf breite Nutzung ausgelegt war, kommt bislang nur schleppend an.

Diesen Artikel teilen