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US-Regierung prüft deutsche Arzneipreise auf mögliche Handelsverstöße

Redaktionelle Szene zum Thema „US-Regierung prüft deutsche Arzneipreise auf mögliche Handelsverstöße“

Die US-Regierung hat eine Untersuchung zu den Arzneimittelpreisen in Deutschland eingeleitet. Das Büro des Handelsbeauftragten Jamieson Greer prüft nach eigenen Angaben, ob US-Patienten bei der Finanzierung von Forschung und Entwicklung unverhältnismäßig stark belastet werden. Je nach Ergebnis könnten daraus zusätzliche Zölle folgen.

Die Prüfung fällt in den größeren Vorstoß von Präsident Donald Trump, die Medikamentenkosten in den USA zu senken. Washington kritisiert seit Langem, dass Arzneimittel dort deutlich teurer sind als in vielen anderen Industrieländern. Nun rückt aus Sicht der Regierung auch Deutschland in den Fokus, weil hiesige Preis- und Erstattungssysteme aus US-Sicht dazu beitragen könnten, dass internationale Pharmakonzerne einen großen Teil ihrer Forschungsinvestitionen über den amerikanischen Markt refinanzieren.

Das Verfahren stützt sich auf ein US-Handelsgesetz, das der Regierung bei festgestellten Benachteiligungen den Einsatz von Strafzöllen ermöglicht. Konkrete Maßnahmen sind damit noch nicht beschlossen, die Einleitung der Untersuchung erhöht aber den Druck auf Unternehmen und Handelspartner. Für die Pharmaindustrie ist das heikel, weil Deutschland als einer der wichtigsten europäischen Absatzmärkte auch für die Preisbildung und Verhandlungsmacht internationaler Konzerne eine zentrale Rolle spielt.

Die US-Regierung argumentiert seit Jahren, amerikanische Verbraucher und Krankenkassen zahlten im internationalen Vergleich einen überproportional hohen Anteil an den Kosten für die Entwicklung neuer Medikamente. Mit der aktuellen Untersuchung wird dieser Streit nun auf die handelspolitische Ebene gehoben. Sollte Washington Zölle auf Pharmaprodukte erwägen, hätte das nicht nur Folgen für Importe in die USA, sondern könnte auch die Preis- und Lieferbeziehungen zwischen beiden Ländern belasten.

Für deutsche Hersteller und internationale Konzerne mit Produktion in Deutschland wäre eine solche Entwicklung besonders relevant. Die Pharmabranche ist stark exportorientiert, und die USA zählen zu den wichtigsten Absatzmärkten. Ein Eingriff über den Zollmechanismus würde deshalb weit über die Frage einzelner Arzneipreise hinausreichen und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern spürbar berühren.

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