Der Wiener Chemiker und frühere Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Peter Schuster, ist tot. Er starb im Alter von 85 Jahren. Mit ihm verliert Österreich einen der international angesehensten Forscher auf dem Gebiet der theoretischen Chemie und der Evolutionsforschung.
Schuster gehörte zu jenen Wissenschaftlern, die weit über ihr Fachgebiet hinaus Wirkung entfalteten. Er prägte die theoretische Chemie in Österreich über Jahrzehnte und war später auch als Präsident der ÖAW eine zentrale Figur der heimischen Forschungslandschaft. Unter seiner Führung stand die Akademie für eine Phase wissenschaftlicher Profilierung und größerer öffentlicher Sichtbarkeit.
Der gebürtige Wiener hatte an der Universität Wien Chemie studiert und früh eine akademische Laufbahn eingeschlagen. Seine Forschung befasste sich unter anderem mit komplexen chemischen Systemen, Selbstorganisation und den Grundlagen der Entstehung biologischer Information. Damit zählte er zu den Pionieren jener interdisziplinären Ansätze, die Chemie, Biologie und Mathematik miteinander verbinden.
Schuster wurde für seine wissenschaftlichen Leistungen vielfach ausgezeichnet und galt als einer der höchstdekorierten Forscher des Landes. Zu seinen Ehrungen zählten nationale und internationale Preise sowie Mitgliedschaften in bedeutenden Wissenschaftsakademien. Auch außerhalb Österreichs genoss er hohes Ansehen als Forscher und akademischer Lehrer.
Mit seinem Tod verliert die österreichische Wissenschaft eine prägende Persönlichkeit, die Forschung, Institutionen und Nachwuchs über viele Jahre mitgestaltet hat. Schusters Name bleibt mit einer Epoche verbunden, in der sich die heimische Chemie stärker international vernetzte und in zentralen Zukunftsfragen der Grundlagenforschung positionierte.









