Novak Djokovic wird am Freitag 39 Jahre alt und startet in Paris dennoch mit großen Ambitionen in die French Open. Der Serbe will dort seinen 25. Grand-Slam-Titel holen und damit einen historischen Rekord weiter ausbauen. Zugleich ist die Ausgangslage für den langjährigen Dominator des Herrentennis schwieriger geworden als in vielen Jahren zuvor.
Djokovic geht nicht mehr als unangefochtener Maßstab in jedes Major-Turnier. Die jüngere Spitze um Spieler wie Jannik Sinner und Carlos Alcaraz hat das Kräfteverhältnis im Männer-Tennis verschoben. Dazu kommen für Djokovic selbst Belastungen, die in dieser Karrierephase stärker ins Gewicht fallen: körperliche Themen, die zuletzt immer wieder eine Rolle spielten, und die Frage, wie lange er auf höchstem Niveau noch über fünf Sätze bestehen kann.
Paris bleibt ein besonderer Prüfstein
Gerade in Roland Garros ist die Herausforderung groß. Der Belag verlangt Geduld, Stabilität und körperliche Robustheit, und genau dort hat Djokovic in der Vergangenheit zwar mehrfach bewiesen, dass er sich auch durch schwierige Phasen arbeiten kann. Gleichzeitig ist Paris jenes Turnier, bei dem sich die neue Realität im Herrentennis am klarsten zeigt: Der Weg zum Titel führt nicht mehr nur über Erfahrung und Nervenstärke, sondern vor allem über maximale Athletik und Konstanz gegen eine immer breiter gewordene Spitze.
Für Djokovic spricht weiter seine außergewöhnliche Routine auf der größten Bühne. Kaum ein Spieler seiner Generation versteht es besser, Matches taktisch zu steuern und in den entscheidenden Momenten die Kontrolle zu übernehmen. Sein Bestreben, den 25. Major zu gewinnen, bleibt deshalb realistisch genug, um in Paris ernst genommen zu werden.
Starke Konkurrenz und die Frage nach der Frische
Dagegen spricht, dass die Konkurrenz inzwischen über mehrere Turniere hinweg ihre Belastbarkeit unter Beweis gestellt hat. Sinner und Alcaraz gelten als die prägenden Kräfte der Gegenwart, und auch andere Spieler sind auf Sand in der Lage, Djokovic in lange, intensive Begegnungen zu zwingen. Je länger ein Grand-Slam-Turnier dauert, desto stärker wird die Frage nach der Frische zum Faktor.
Djokovic steht damit vor einem Turnier, das mehr ist als nur der nächste Anlauf auf einen Titel. Es geht um die Bewahrung von Anspruch und Rang in einer Phase, in der das Männer-Tennis sichtbar in eine neue Ordnung übergeht. Sein Geburtstag ist in Paris deshalb nicht nur Randnotiz, sondern begleitet den vielleicht letzten großen Anlauf auf einen weiteren historischen Meilenstein.









