Der österreichisch-kanadische Magna-Gründer Frank Stronach ist in einem Prozess in Toronto in zwei von fünf Anklagepunkten wegen sexueller Übergriffe schuldig gesprochen worden. Ein Ontario Superior Court befand den 93-Jährigen demnach in zwei Punkten der sexuellen Nötigung und der sexuellen Belästigung für schuldig, in drei weiteren Anklagepunkten wurde er freigesprochen.
Stronach hatte die Vorwürfe stets bestritten. Der erste Prozess ist damit zwar entschieden, das Verfahren gegen ihn aber noch nicht abgeschlossen: Für das kommende Jahr ist in Kanada ein weiterer Prozess geplant. Dort sollen die übrigen Vorwürfe behandelt werden, die nicht Teil des nun beendeten Verfahrens waren.
Nach Angaben kanadischer Medien standen im Toronto-Verfahren zuletzt Vorwürfe von sieben Frauen im Raum. Insgesamt hatten 13 Frauen Anschuldigungen gegen Stronach erhoben. Ursprünglich waren es zwölf Anklagepunkte gewesen, ehe die Staatsanwaltschaft fünf davon zurückzog und die Richterin in zwei weiteren Punkten einen Freispruch in Aussicht stellte.
Die nun verurteilten Taten sollen laut den im Prozess behandelten Vorwürfen in den Jahren zwischen 1977 und 1990 gelegen haben. Damit reichen die Beschuldigungen fast fünf Jahrzehnte zurück. Der zweite Prozess soll im Mai 2027 in Newmarket in der Provinz Ontario beginnen und vier Wochen dauern.
Stronach, der mit Magna zu einem der bekanntesten österreichisch-kanadischen Unternehmer wurde, hatte sich über Jahrzehnte auch als politischer Akteur und Mäzen einen Namen gemacht. Im Mittelpunkt steht nun aber die juristische Aufarbeitung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe, die in Kanada in zwei getrennten Verfahren verhandelt werden.









