Im Stahlwerk Leoben-Donawitz sollen beide Hochöfen ab 2030 stillstehen. Die Voestalpine setzt damit einen weiteren Schritt in Richtung klimafreundlicher Stahlproduktion und will die Herstellung von sogenanntem grünem Stahl in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. Bereits im nächsten Jahr soll die Umstellung in der Produktion beginnen.
Die Ankündigung markiert einen tiefen Einschnitt für den traditionsreichen Standort in der Obersteiermark. Leoben-Donawitz zählt seit Jahrzehnten zu den zentralen Stahlstandorten des Konzerns. Mit dem Aus für die Hochöfen würde die klassische Produktion auf Basis von Koks und Erz schrittweise abgelöst und durch Verfahren ersetzt, die mit deutlich weniger CO2 auskommen sollen.
Umbau der Produktion läuft auf Klimastahl hinaus
Die Voestalpine verfolgt seit Jahren eine Strategie, ihre energieintensive Stahlherstellung schrittweise umzubauen. Der Begriff „grüner Stahl“ steht dabei für Produktionsprozesse, die mit Strom aus erneuerbaren Quellen und anderen emissionsärmeren Technologien arbeiten. Für den Konzern ist das auch eine Antwort auf den steigenden Druck durch Klimaziele, CO2-Kosten und den Wettbewerb mit Anbietern aus Regionen mit teils niedrigeren Umweltauflagen.
Dass die Hochöfen in Leoben-Donawitz erst 2030 erlöschen sollen, zeigt zugleich, dass der Umbau nicht über Nacht erfolgt. Für die Zeit bis dahin bleibt der Standort industriell wichtig, während parallel die Weichen für die nächste Generation der Stahlproduktion gestellt werden. Der angekündigte Ausbau dürfte auch Investitionen in Infrastruktur, Energieversorgung und Anlagenumbau erfordern.
Standort mit Signalwirkung für die Branche
Leoben-Donawitz hat für die österreichische Stahlindustrie hohe Symbolkraft. Ein Ausstieg aus der Hochofenproduktion an diesem Standort wäre mehr als eine technische Umstellung: Er würde den Übergang eines Kernbereichs der Schwerindustrie in eine neue Produktionslogik markieren. Für die Voestalpine ist das Vorhaben auch wirtschaftlich relevant, weil der Konzern damit seine Position im europäischen Markt absichern und sich als Lieferant emissionsärmerer Stähle profilieren will.
Welche konkreten Anlagen ab 2030 an die Stelle der Hochöfen treten und in welchem Umfang die Produktion künftig auf neue Verfahren umgestellt wird, ist Teil des langfristigen Transformationsplans des Konzerns. Klar ist aber schon jetzt: Mit dem geplanten Ende der Hochöfen in Leoben rückt der strukturelle Umbau der heimischen Stahlindustrie in eine entscheidende Phase.









