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Chemie-KV unter Teuerungsrate: Einigung nach acht Verhandlungsrunden

Redaktionelle Szene zum Thema „Chemie-KV unter Teuerungsrate: Einigung nach acht Verhandlungsrunden“

Die Kollektivvertragsverhandlungen für die Chemische Industrie sind nach acht Runden abgeschlossen. Für die mehr als 50.000 Beschäftigten gibt es ab sofort einen neuen Abschluss: Die Ist-Löhne und -Gehälter steigen um 1,8 Prozent, maximal aber um 100 Euro. Damit liegt der Abschluss unter der aktuellen Teuerungsrate.

Die Gewerkschaften PRO-GE und GPA sprachen von einem „harten Kompromiss“. Der Abschluss betrifft einen der größeren Industriezweige des Landes und ist daher auch signalwirksam für weitere Lohnrunden. In der Chemie wird traditionell besonders auf die wirtschaftliche Lage der Betriebe, die Exportentwicklung und die internationale Konkurrenz geachtet, weil die Branche stark von Energie- und Rohstoffkosten abhängt.

Der vereinbarte Abschluss folgt einer langen und zähen Verhandlungsphase. Mit der Einigung konnten weitere Arbeitskampfmaßnahmen vermieden werden. Dass die Lohnerhöhung unter der Inflationsrate bleibt, zeigt den Druck auf die Sozialpartner in einem Umfeld anhaltend hoher Kosten, schwacher Nachfrage und vorsichtiger Unternehmen.

Für die Beschäftigten bedeutet der Abschluss reale Kaufkraftverluste, auch wenn die Anhebung die Einkommen nominell erhöht. Aus Unternehmenssicht wiederum dürfte der Abschluss als Begrenzung der Personalkosten gewertet werden. Die Chemiebranche zählt zu jenen Industrien, in denen die Lohnrunde wegen ihrer Breitenwirkung und ihrer Bedeutung für die gesamte Industriepolitik besonders aufmerksam verfolgt wird.

Der Abschluss in der Chemie könnte auch für andere Branchen ein Maßstab sein, in denen die Verhandlungen ebenfalls von hoher Inflation, schwächerem Wachstum und der Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit geprägt sind. Für die Sozialpartner ist der Deal damit mehr als nur ein einzelner KV-Abschluss: Er zeigt, wie eng der Spielraum derzeit in vielen Branchen geworden ist.

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