Extrig.at

Die unabhängige Onlinezeitung für Österreich

Trump relativiert Wahlversprechen gegen neue Kriege

Redaktionelle Szene zum Thema „Trump relativiert Wahlversprechen gegen neue Kriege“

US-Präsident Donald Trump hat sein Wahlkampfversprechen gegen neue Kriege relativiert und zugleich seine Linie im Konflikt mit dem Iran verteidigt. In einem Gespräch mit dem US-Sender NBC News sagte Trump, er habe nie zugesagt, keine neuen Kriege zu beginnen. Zugleich stellte er den Einsatz der US-Streitkräfte in der Region als begrenzt dar und schloss einen Abzug aus dem Nahen Osten vorerst aus.

Auf die Frage nach seinem früheren Slogan „Keine Kriege“ verwies Trump auf die militärische Stärke der USA. „Warum hätte ich sonst das stärkste Militär der Welt aufgebaut?“, sagte er NBC News zufolge. Der Präsident betonte erneut, der Krieg mit dem Iran sei kein „endloser“ Konflikt. Man sei seit drei Monaten damit befasst, ein großer Teil davon habe in einer „ziemlich guten Waffenruhe“ stattgefunden, sagte Trump.

Damit hält Trump an seiner Darstellung fest, der Konflikt stehe kurz vor einem Ende. Das steht im Kontrast zu den öffentlichen Signalen aus den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran, in denen seit Wochen keine sichtbaren Fortschritte erkennbar sind. Trump hatte sich im Wahlkampf 2024 mit dem Versprechen gegen neue Kriege positioniert und damit vor allem Anhänger seiner „Make America Great Again“-Bewegung mobilisiert.

Der republikanische Präsident hatte schon während des Wahlkampfs wiederholt erklärt, er sei der erste Präsident der Neuzeit, der keine neuen Kriege begonnen habe. Nach seinem absehbaren Wahlsieg im November 2024 sagte er, er werde „keinen Krieg beginnen“ und „Kriege beenden“. Nun stellt er dieses Versprechen anders dar und verweist darauf, dass ein Ausbau der US-Militärmacht keine Absage an mögliche neue Konflikte bedeute.

Auch einen raschen Truppenabzug aus dem Nahen Osten sieht Trump derzeit nicht. Er halte es für unwahrscheinlich, sagte er NBC News zufolge, die Soldaten abzuziehen. Man werde sie dort lassen, bis eine Einigung erzielt sei. Ein Rückzug wäre unklug, sagte Trump, weil die USA die Truppen womöglich noch benötigten, um Teheran an den Verhandlungstisch zu zwingen. Die Kosten für die amerikanischen Steuerzahler seien ohnehin „sehr wenig“.

Diesen Artikel teilen