Die Neos arbeiten an einer eigenen Linie für die geplante Reform des Wehrdiensts und könnten sich dabei auf einen Kompromiss zwischen den Positionen von ÖVP und SPÖ zubewegen. Nach dem aktuellen Stand der Debatte gelten sieben Monate Wehrdienst als denkbar, ebenso eine Variante mit längerem Grundwehrdienst und verpflichtenden Milizübungen.
Damit positionieren sich die Neos zwischen zwei deutlich unterschiedlichen Modellen. Die ÖVP drängt darauf, den Vorschlag der von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner eingesetzten Wehrdienstkommission unverändert umzusetzen: Die Wehrpflicht soll demnach von sechs auf acht Monate steigen, zusätzlich wären zwei Monate verpflichtende Milizübungen vorgesehen. Parallel dazu soll der Zivildienst auf zwölf Monate ausgedehnt werden.
Die SPÖ hat sich ebenfalls mit einem eigenen Vorschlag eingebracht, der ebenfalls auf verpflichtende Milizübungen setzt. Ihr Modell sieht vor, die Wehrpflicht bei sechs Monaten zu belassen und stattdessen zwei Monate Milizübungen einzuführen. Die Neos suchen nun offenbar nach einem Mittelweg, der weder dem ÖVP-Modell noch dem SPÖ-Ansatz vollständig folgt.
Die Frage ist politisch relevant, weil die Reform die Ausbildung, die Einsatzbereitschaft und die künftige Struktur des Bundesheeres unmittelbar berühren würde. Im Hintergrund steht die seit längerem offene Diskussion darüber, wie der Grundwehrdienst und die Miliz künftig besser aufeinander abgestimmt werden sollen.
Die Debatte fällt in eine Phase, in der das Bundesheer verstärkt um Nachwuchs, Ausbildung und längere Bindung an die Miliz wirbt. Eine Entscheidung über die Reform würde nicht nur die Dauer des Wehrdiensts verändern, sondern auch Folgen für Zivildienst und künftige Dienstmodelle haben.









