Die frühere Außenministerin Karin Kneissl ist zum russischen Wirtschaftsforum nach St. Petersburg gereist und hat sich dort am Rande der Veranstaltung beim Bowling gezeigt. Das Treffen in der Millionenstadt stand heuer gleich am ersten Tag unter dem Eindruck einer heftigen Drohnenattacke, die den Publikumsbetrieb und die Sicherheitslage überschattete.
Kneissl, die seit Jahren einen engen Bezug zu Russland pflegt, nutzte den Rahmen des Forums offenbar auch für einen abseits der eigentlichen Konferenz angesetzten Freizeittermin. Dabei blieb sie von den Auswirkungen des Angriffs unbehelligt und trat öffentlich bei einer Bowling-Aktivität auf. Dass sie sich gerade bei einer international beachteten Wirtschaftsveranstaltung in Russland aufhält, unterstreicht ihren anhaltenden politischen Bruch mit weiten Teilen des westlichen Establishments.
Das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg gilt seit dem russischen Angriff auf die Ukraine und den darauf folgenden Sanktionen des Westens als wichtiges Schaufenster für Moskau, um trotz internationaler Isolation Gesprächspartner, Investoren und politische Unterstützer anzuziehen. Zugleich wird die Veranstaltung regelmäßig von der Frage begleitet, wie repräsentativ die dort sichtbaren ausländischen Gäste noch sind.
Kneissl war in Österreich als Außenministerin der türkis-blauen Bundesregierung von 2017 bis 2019 im Amt. Ihre Nähe zu Russland und ihr späterer Wechsel in russlandnahe Kreise sorgten schon in der Vergangenheit für Kritik. Der Auftritt in St. Petersburg fügt sich in dieses Bild ein: Während die Stadt zu Beginn des Forums von einem massiven Angriff betroffen war, präsentierte sich die Ex-Ministerin in ausgelassener Stimmung am Rand der Veranstaltung.
Russische Staatsmedien und das Umfeld des Forums setzen seit Jahren darauf, ausländischen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft Normalität zu vermitteln. Gerade angesichts des Kriegs gegen die Ukraine und der Drohnenangriffe auf russisches Gebiet bekommt jeder öffentliche Auftritt international bekannter Gäste zusätzliche politische Bedeutung.









