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Armeniens Wahlkampf unter Druck: Milliardär Karapetjan stellt Paschinjan heraus

Redaktionelle Szene zum Thema „Armeniens Wahlkampf unter Druck: Milliardär Karapetjan stellt Paschinjan heraus“

Im armenischen Wahlkampf stellt sich der Milliardär Samwel Karapetjan mit einem eigenen Block gegen Ministerpräsident Nikol Paschinjan. Der Unternehmer mit russischem Pass gilt als neuer schwerer Gegner für das prowestliche Lager, das Paschinjan seit Jahren anführt. In Jerewan wächst damit die Sorge, dass Moskaus Einfluss in der Südkaukasusrepublik wieder größer werden könnte.

Karapetjan ist in Armenien kein Unbekannter. Der Geschäftsmann, der im Energiebereich zu den einflussreichsten Figuren des Landes zählt, tritt nun politisch in den Vordergrund. Sein Auftreten fällt in eine Phase, in der sich Armenien außenpolitisch neu ausrichtet und die Beziehung zu Russland seit dem Krieg um Berg-Karabach deutlich belastet ist. Paschinjan versucht seitdem, den Kurs des Landes stärker in Richtung Westen zu öffnen.

Gerade deshalb wird Karapetjans Vorstoß in Armenien mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Ein wohlhabender Unternehmer mit engen Verbindungen nach Russland passt in das Muster jener Kräfte, die in der Region häufig als politische Hebel des Kremls gesehen werden. Ob Karapetjan tatsächlich als direkter Machtfaktor im Sinne Moskaus agiert, ist damit nicht belegt. Klar ist aber, dass seine Kandidatur den ohnehin polarisierten innenpolitischen Konflikt weiter verschärft.

Für Paschinjan kommt die neue Konkurrenz in einer heiklen Phase. Seine Regierung steht wegen der sicherheitspolitischen Niederlagen der vergangenen Jahre unter Druck, zugleich ringt sie um Rückhalt in einer Gesellschaft, die zwischen Westorientierung, Enttäuschung über Russland und wirtschaftlicher Abhängigkeit von der Region gespalten ist. Karapetjans Lager versucht genau in diesem Spannungsfeld, Stimmen aus dem prowestlichen und dem protestbereiten Milieu zu gewinnen.

Der Kampf um Armeniens politische Richtung dürfte damit in den kommenden Monaten noch härter werden. Für Paschinjan geht es nicht nur um eine Wahl, sondern auch darum, ob er den begonnenen Kurswechsel gegenüber Russland gegen gut vernetzte Gegner aus Wirtschaft und Machtapparat verteidigen kann.

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