Die österreichischen Universitäten müssen nach Angaben der Universitätenkonferenz in den kommenden Jahren 2,5 Milliarden Euro einsparen. Betroffen wären nach Darstellung der Unis auch rund jeder fünfte Mitarbeiter sowie die Spitäler, an denen viele Hochschulen in Forschung und Lehre beteiligt sind. Die Universitäten warnten am Mittwoch in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz vor gravierenden Folgen für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
Uniko-Vorsitzende Brigitte Hütter sprach von einem „Supergau für die Zukunft“ und kritisierte das von der Bundesregierung vorgesehene Sparpaket scharf. Die Hochschulen sehen sich dadurch gezwungen, ihre Strukturen und Angebote deutlich zu verschlanken, wenn die Vorgaben in dieser Form umgesetzt werden. Im Zentrum der Kritik steht die Sorge, dass Stellen abgebaut, Studienbedingungen verschlechtert und Forschungsprojekte gebremst werden könnten.
Die Ankündigung trifft ein ohnehin angespanntes Hochschulsystem. Österreichs Universitäten verweisen seit Jahren auf steigende Kosten bei Personal, Energie und Infrastruktur. Gleichzeitig sind sie auf langfristige Planbarkeit angewiesen, weil Studienangebote, Drittmittelprojekte und Kooperationen mit Spitälern nicht kurzfristig zurückgefahren werden können, ohne dass Lehrbetrieb und Forschung leiden.
Besonders sensibel ist die Lage an den medizinischen Universitäten und in den universitären Kliniken. Dort hängen Ausbildung, Versorgung und Forschung eng zusammen. Wenn die Sparvorgaben auch diesen Bereich treffen, könnte das nicht nur die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten beeinträchtigen, sondern auch laufende Forschungsarbeiten und die Zusammenarbeit mit den Spitälern erschweren.
Politisch erhöht die Debatte den Druck auf die Bundesregierung, die Sparpläne gegenüber den Hochschulen zu erklären. Die Universitäten pochen auf mehr Planungssicherheit und auf eine Finanzierung, die den laufenden Betrieb ebenso absichert wie die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts. Wie stark die Einschnitte am Ende ausfallen, dürfte nun zu einer zentralen Frage der budgetären Verhandlungen werden.









