Das Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig (Mumok) in Wien bietet ab 20. Juni den Eintritt im Eingangsbereich und zu einer von Anna Viebrock gestalteten Präsentation aus der Sammlung bis Ende September gratis an. Die Entscheidung fällt in eine Phase der Neuaufstellung unter der seit Oktober amtierenden Generaldirektorin Fatima Hellberg – und sie wirft Fragen nach der Finanzierung sowie nach der Transparenz des Vorgehens auf.
Im Inneren des Hauses laufen derzeit Umbau- und Neugestaltungsarbeiten, bevor der durchgängige Ausstellungsbetrieb wieder aufgenommen wird. Zum Neustart setzt das Museum auf eine Inszenierung mit 188 Werken aus der Sammlung. Der freie Eintritt dürfte dabei auch ein Signal an das Publikum sein: Die Besucherzahlen sind zuletzt deutlich zurückgegangen, von 274.000 im Jahr 2022 auf knapp 205.000 im Jahr 2025.
Mit dem Gratisangebot nimmt die Museumsleitung offenbar auch Einnahmeverluste in Kauf. Gerade im Kulturbetrieb ist das heikel, weil Ticketerlöse für viele Häuser ein fixer Bestandteil des Budgets sind. Beim Mumok kommt hinzu, dass hinter den Kulissen auch Geldgeber eine Rolle spielen, die auf Anonymität bestehen. Das verstärkt den Eindruck, dass zentrale Entscheidungen derzeit nur eingeschränkt nachvollziehbar sind.
Das Mumok ist eines der wichtigsten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst in Österreich und Teil des Wiener MuseumsQuartiers. Der Kurswechsel unter Hellberg dürfte daher auch über das Haus hinaus aufmerksam verfolgt werden: Einerseits soll das Museum mit einer neuen Präsentation wieder stärker Publikum anziehen, andererseits stellt sich die Frage, wie viel Offenheit ein öffentlich finanziertes Kulturhaus bei Finanzierung und Entscheidungswegen zulässt.
Für die Besucherinnen und Besucher könnte der freie Eintritt zunächst eine Schwelle senken. Für die Leitung des Hauses bleibt es ein Balanceakt zwischen Zugänglichkeit, wirtschaftlicher Vernunft und der Glaubwürdigkeit eines Neubeginns.









