Die taiwanesische Autorin Yang Shuang-zi hat den International Booker Prize erhalten. Ausgezeichnet wurde die englische Übersetzung ihres Romans Taiwan Travelogue, die von Lin King stammt. Der Preis zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen für ins Englische übersetzte Literatur.
Der International Booker Prize wird jährlich für ein in eine andere Sprache übersetztes und auf Englisch veröffentlichtes Werk vergeben. Prämiert werden dabei Autorin oder Autor und Übersetzerin oder Übersetzer gemeinsam. Mit dem Preis rückt in diesem Jahr ein Roman aus Taiwan ins Zentrum der internationalen Literaturdebatte.
Auf der Shortlist standen auch der deutsche Schriftsteller Daniel Kehlmann mit Lichtspiel sowie die in Deutschland lebende Autorin Shida Bazyar mit Nachts ist es leise in Teheran. Beide Titel gehörten damit zu den sechs Finalisten des international beachteten Preises.
Taiwan Travelogue spielt in der japanischen Kolonialzeit Taiwans und verbindet historische Perspektive mit literarischer Fiktion. Der Roman wurde mit dem Preis in einer Phase geehrt, in der übersetzte Gegenwartsliteratur und historische Stoffe aus Asien auf dem englischsprachigen Buchmarkt deutlich sichtbarer geworden sind.
Der International Booker Prize ist mit hoher Aufmerksamkeit verbunden, weil er nicht nur den literarischen Rang eines Werkes unterstreicht, sondern auch Übersetzungen stärker ins Zentrum rückt. Für Autorinnen und Autoren aus weniger häufig im westlichen Mainstream präsentierten Literaturräumen kann die Auszeichnung eine breite internationale Leserschaft erschließen.









