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Chinas Distanz zu Russland wächst: Xi signalisiert vorsichtige Emanzipation von Putin

Redaktionelle Szene zum Thema „Chinas Distanz zu Russland wächst: Xi signalisiert vorsichtige Emanzipation von Putin“

Chinas Führung hält zunehmend Abstand zu Wladimir Putins Kriegszielen in der Ukraine. Nach einem Bericht über angebliche vertrauliche Äußerungen von Staatschef Xi Jinping gegenüber Donald Trump in Peking verdichten sich die Hinweise, dass Peking nicht mehr fest mit einem russischen Sieg rechnet.

Der Hintergrund ist brisant: China ist für Russland seit Beginn des Angriffskriegs der wichtigste politische Rückhalt und zugleich ein zentraler Wirtschaftspartner. Peking half Moskau dabei, die wegbrechenden Energieexporte nach Europa teilweise zu kompensieren, und verschaffte dem Kreml damit eine lebenswichtige außenwirtschaftliche Stütze. Sollte diese Rückendeckung bröckeln, würde das die strategische Lage für den russischen Präsidenten erheblich verschärfen.

Zusätzliche Brisanz erhielt die Debatte durch einen Bericht der Financial Times, wonach Xi bei seinem Treffen mit Trump gesagt haben soll, Putin werde seinen „Krieg gegen die Ukraine noch bereuen“. Das chinesische Außenministerium wies diese Darstellung umgehend zurück und sprach von einer „völlig aus der Luft gegriffenen“ Behauptung. Auch wenn die Aussage nicht bestätigt ist, passt sie in ein Bild wachsender Vorsicht in Peking.

China hat bislang vom Krieg auch indirekt profitiert. Der russische Druck auf den Westen verschob die geopolitischen Gewichte, während Peking preisgünstige Energie erhielt und gleichzeitig beobachten konnte, wie Russland militärisch und wirtschaftlich unter immer stärkeren Druck geriet. Doch mit zunehmenden Rückschlägen an der Front und der wachsenden Abhängigkeit des Kremls von chinesischer Unterstützung scheint sich das Kräfteverhältnis verändert zu haben.

Für Xi ist die Lage heikel. Offene Distanz zu Moskau würde das Verhältnis zu Russland belasten, zugleich will Peking nicht mit einem Krieg identifiziert werden, der die globale Ordnung destabilisiert und Chinas wirtschaftliche Interessen gefährdet. Dass Xi Putin nun zwar demonstrativ empfängt, politisch aber offenbar weniger entschlossen hinter dessen Kriegszielen steht, deutet auf eine vorsichtige Emanzipation hin.

Für den Kreml wäre ein solcher Kurswechsel ein strategisches Problem. Russland ist im Konflikt mit dem Westen zunehmend auf China angewiesen, diplomatisch wie wirtschaftlich. Fällt dieser Rückhalt schwächer aus als bisher, verliert Putin nicht nur eine wichtige außenpolitische Stütze, sondern auch ein Signal, das er bislang als Beleg für seine internationale Handlungsfähigkeit nutzen konnte.

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