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Wehrdienststreit verschärft sich: Offiziersgesellschaft dringt auf längeren Dienst

Redaktionelle Szene zum Thema „Wehrdienststreit verschärft sich: Offiziersgesellschaft dringt auf längeren Dienst“

Die Debatte über eine Verlängerung von Wehr- und Zivildienst gewinnt in Österreich weiter an Schärfe. Der Präsident der Offiziersgesellschaft, Erich Cibulka, hat im Fernsehen erneut für das sogenannte 8-plus-2-Modell geworben und dabei auf die internationale Sicherheitslage verwiesen. Hintergrund sind Forderungen aus Militär, Rotem Kreuz und Zivilgesellschaft, den Dienst für Grundwehrdiener und Zivildiener auszuweiten.

Cibulka begründete den Vorstoß mit der geopolitischen Lage. Die friedlichen Zeiten seien vorbei, sagte er sinngemäß. Die Welt sei aus den Fugen geraten, stabile Verhältnisse wie früher seien nicht rasch zu erwarten. Deshalb müsse die Politik zum Schutz der Bevölkerung „höchstmögliche Vorsorgen“ treffen, wenn militärische Fachleute massive Vorsorgemaßnahmen für notwendig hielten.

Mit dem 8-plus-2-Modell ist eine längere Dienstzeit gemeint: acht Monate Präsenzdienst beim Bundesheer und zwei Monate zusätzliche Ausbildung. Auch beim Zivildienst wird eine Verlängerung diskutiert. Befürworter argumentieren, dass die Ausbildung unter heutigen Bedingungen mehr Zeit brauche, um jene Fähigkeiten zu vermitteln, die für Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit notwendig seien.

Cibulka verwies in diesem Zusammenhang auf veränderte Rahmenbedingungen im Alltag der Rekruten. Die Wochenarbeitszeiten seien heute deutlich reduziert, der Dienstbetrieb sei geordneter als früher. Um dennoch einen möglichst hohen Ausbildungsstand zu erreichen, sei mehr Zeit erforderlich. Aus militärischer Sicht gehe es darum, das Heer personell und materiell so aufzustellen, dass es rasch reaktionsfähig und durchhaltefähig bleibe.

Umstritten bleibt in der Diskussion vor allem die Frage der Kosten und der politischen Durchsetzbarkeit. Kritiker sehen in einer Verlängerung zusätzliche Belastungen für junge Männer und für den Zivildienstbereich, der in mehreren Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens eingesetzt wird. Die Befürworter wiederum verweisen auf die veränderte sicherheitspolitische Lage in Europa und auf die Bedeutung eines funktionsfähigen Milizsystems.

Wie rasch die Politik eine Entscheidung trifft, ist weiterhin offen. Die Forderungen nach einer Verlängerung des Grundwehr- und Zivildienstes stehen jedoch inzwischen deutlich stärker im öffentlichen Raum – und werden nicht mehr nur intern in sicherheitspolitischen Kreisen geführt.

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