Die österreichische Schriftstellerin Ilse Kilic kritisiert in einem neuen Text die wachsende Abhängigkeit von Künstlicher Intelligenz im Alltag. Ausgangspunkt ist für sie eine simple Frage an eine elektronische Assistentin, auf die die KI keine brauchbare Antwort liefert. Erst später erhält sie die Auskunft per SMS und E-Mail von einer Mitarbeiterin. Für Kilic ist das ein Beispiel dafür, dass KI Menschen oft nicht entlastet, sondern zusätzliche Umwege schafft.
In ihrem Beitrag formuliert Kilic zehn Thesen zur KI und verbindet persönliche Erfahrung mit grundsätzlicher Skepsis. Im Zentrum steht die Beobachtung, dass automatisierte Systeme menschliche Interaktionen nicht nur ergänzen, sondern teils überflüssig machen wollen. Genau das hält sie für problematisch: Wenn digitale Assistenten zwischen Menschen treten, werde Kommunikation nicht unbedingt effizienter, sondern häufig unübersichtlicher und unpersönlicher.
Kilic fragt dabei auch, ob KI lernen könne, „ein bisschen nachlässig“ zu sein, und ob das überhaupt wünschenswert wäre. Hinter dieser Zuspitzung steht eine kulturkritische Frage: Sollen technische Systeme wirklich immer exakter, schneller und lückenloser reagieren als Menschen? Oder braucht es im Alltag gerade jene Unschärfen, Verzögerungen und Improvisationen, die zwischenmenschliche Kommunikation erst verständlich machen?
Der Text ordnet KI damit nicht als technisches Zukunftsthema, sondern als Alltagserfahrung ein. Entscheidend ist für Kilic weniger die Frage, was Systeme theoretisch leisten können, sondern was sie mit menschlichen Beziehungen machen. Wenn eine Maschine die einfache Ja-Nein-Antwort nicht liefert und am Ende doch ein Mensch per Nachricht einspringen muss, stellt sich für sie die Frage nach dem praktischen Nutzen der Technik ganz neu.
Damit reiht sich der Beitrag in eine derzeit breite kulturpolitische Debatte über generative KI und digitale Assistenzsysteme ein. Während die einen auf Produktivitätsgewinne und Erleichterung im Alltag setzen, warnt die Gegenposition vor dem Verlust direkter, menschlicher Interaktion. Kilic schreibt klar aus dieser Perspektive: KI mag Prozesse automatisieren, aber sie ersetzt nicht ohne Weiteres das, was Kommunikation im Kern ausmacht.









